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bluray-disc.de im Interview mit Nathan Greno und Byron Howard – Regisseure von "Rapunzel – Neu verföhnt"

Im 50. Film der Disney Animation Studios dreht sich alles um die schöne Prinzessin Rapunzel, die auf den Ganoven Flynn trifft. Der Film wurde umgesetzt vom Regisseur-Duo Byron Howard und Nathan Greno, die zum ersten Mal in dieser Form zusammen arbeiteten. Anlässlich des Blu-ray Verkaufsstarts freuen wir uns, Ihnen ein Interview mit den beiden Regisseuren präsentieren zu können.

Byron Howard wuchs in Landsdowne im US-Bundesstaat Pennsylvania auf. Mit 10 Jahren zogen er und seine Familie nach Seattle. Er begann, Papierstapel mit eigenen Figuren und Geschichten zu füllen. Seine Liebe zum Geschichtenerzählen und zur Kunst mündeten in einem großen Interesse am Filmemachen an der High School und schließlich im Studium des Geschichtserzählens und Film am The Evergreen State College in Washington. Bei Disney wurde sein Talent schnell bemerkt. 1994 absolvierte er ein Praktikum bei den Walt Disney Animation Studios, wo er schließlich begann, an "Pocahontas" zu arbeiten. Danach arbeitete er unter anderem als Animator an "Mulan" und "Lilo & Stitch". Seit 2006 arbeitet er als Regisseur bei den Walt Disney Animation Studios. Sein Debüt war der Oscar-nominierte Film "Bolt – Ein Hund für alle Fälle".

 

Nathan Greno wurde in Kenosha, Wisconsin in den USA geboren. Schon als Kind entwickelte er er eine Liebe zum Zeichnen, die sich schnell zur Leidenschaft für visuelles Geschichtenerzählen auswuchs. Er besuchte das Columbus College of Art and Design in Columbus. 1996 bewarb er sich bei den Walt Disney Animation Studios in Florida. Nachdem er angeheuert hatte, arbeitete er zuerst als Animator an "Mulan". Aufgrund seiner Leidenschaft für Comics interessierte er sich weiter für den Prozess des Storyboardings. 1998 wechselte er daher in die Abteilung, die sich um die Geschichte eines Filmes kümmert. Daneben arbeitete er als Drehbuchautor, Story Artist und verlieh Charakteren seine Stimme. Er wurde dann der zuständige Leiter für die Geschichte des Animationsfilms "Bolt – Ein Hund für alle Fälle". Sein erster Film als Regisseur war der Kurzfilm "Super Dino", der als Bonusfeature auf der Blu-ray des Films "Bolt – Ein Hund für alle Fälle" enthalten ist.

 
Wie kam es, dass Rapunzel die Basis für den Film wurde?

Nathan Greno: Die Idee, Rapunzel in einen Animationsfilm zu verwandeln, existiert bei Disney seit den 1930er Jahren! Wir haben eine Liste gesehen, die Walt angefertigt hat und darauf stand neben "Arielle, die kleine Meerjungfrau" und "Die Schöne und das Biest" auch Rapunzel. Es ist toll zu wissen, dass Walt so einen Film machen wollte!

Was unterscheidet Rapunzel Ihrer Meinung nach von anderen Disney-Heldinnen?

Nathan Greno: Rapunzel ist eine der Prinzessinnen, von denen man nicht weiß, dass sie eine Prinzessin ist. Das macht sie anders. Sie ist keines der Mädchen, das darauf wartet, gerettet zu werden. Sie ist stark und klug. Wir wollten, dass der Film voll von dieser Girl-Power ist. Auch wenn der Film in der Vergangenheit spielt, wollten wir, dass die Charaktere modern rüber kommen und man eine Beziehung zu ihnen aufbauen kann. Rapunzel sollte ein Vorbild für die Leute unserer Generation sein.

 
Haben Sie erwartet, dass der Film so erfolgreich sein würde?

Byron Howard: Das beste Gefühl auf der Welt ist, wenn die Zuschauer deine Arbeit lieben. Wir machen die Filme um zu unterhalten und die Leute emotional zu bewegen. Wenn der Film ein Erfolg ist, weiß man, dass man seine Arbeit richtig gemacht hat. Rapunzels großer Erfolg war eine willkommene Nachricht und wir sind sicher, dass die Zukunft von Disney-Animationsfilmen viele solcher Filme hervorbringen wird.

Wie lange hat es gebraucht, bis der Film fertig wurde?

Nathan Greno: Normalerweise hat man bei Disney 4 oder 5 Jahre Zeit, einen Animationsfilm fertig zu bekommen. Wir haben es in ungefähr 2 Jahren geschafft. Der Film befand sich in Entwicklung und es gab ein Veröffentlichungsdatum. Als der Job an uns heran getragen wurde, fragte uns das Studio, ob wir den angepeilten Termin einhalten könnten. Wenn wir es nicht geschafft hätten, hätte man bestimmt auch das Datum verschieben können, aber Byron und ich waren sicher, dass es möglich war. Wir haben zusammen mit einem unfassbar talentierten und hingebungsvollen Team gearbeitet. Natürlich war es ein schwieriger Plan, wir haben daher auch die meisten Wochenenden gearbeitet und keinen Urlaub gemacht. Es war schon eine verrückte Zeit. Aber wir hatten die Geschichte, die wir erzählen wollten und wir wollten, dass der Film gut wird. Wir haben einen Film in 2 Jahren gemacht, der nach 5 Jahren aussieht. Das ist einfach unglaublich. Ich danke der ganzen Crew dafür. Wir sind alle sehr stolz.

Was waren die größten Herausforderungen bei diesem Film?

Nathan Greno: Das war ohne Zweifel das Haar. Langes, sich realistisch bewegendes Haar wurde noch nie in einem computeranimierten Film vorher umgesetzt. In solchen Filmen ist das Haar normalerweise ein Pferdeschwanz oder schulterlang, weil längere Haare ein technischer Alptraum sind. Glücklicherweise arbeiten wir mit ein paar unglaublich klugen Leuten! Byron und ich waren dabei, die Story zu entwickeln, als wir die ganzen wilden Ideen hatten. Das Haar sollte als Peitsche benutzt werden, sie sollte Leute damit fesseln, es muss glühen und es muss nass werden. Das alles wurde vorher noch nie umgesetzt. Unsere Crew wurde etwas bleich, als sie davon hörten, aber sie haben es hinbekommen. Ich kann unserem Team nicht genug danken. Sie haben das Unmögliche möglich gemacht.

 
Im Trailer wurden zahlreiche Szenen gezeigt, die nicht im finalen Film enthalten waren. Warum wurden diese weggelassen, wenn sie doch bereits fertig waren?

Byron Howard: Sehr gut beobachtet! Es stimmt. Im ersten Trailer haben wir eine andere Version des ersten Treffens von Flynn und Rapunzel kreiert. Viele dieser Szenen waren zum experimentieren da, da wir erst testen mussten, wie sich die Haare und die Animation vertragen. Wir haben uns aber gedacht, dass die Szenen eigentlich ganz gut waren und ein toller erster Eindruck des Films wären.

Welches sind Ihre persönlichen Disney-Lieblingsfilme?

Byron Howard: Mein Lieblings-Animationsfilm ist "Arielle, die Meerjungfrau". Ich habe damals auf dem College mit Realfilmen zu tun gehabt. Als ich den Film dann sah dachte ich mir, dass ich da unbedingt dabei sein will. Arielle selbst war für mich wie eine Offenbarung, weil sie die erste Heldin von Disney war, die sich so real und lebendig anfühlte und eine Seele hatte. Ein Großteil der Arbeit an Arielle kam übrigens von Glen Keane, mit dem wir auch an diesem Film zusammen gearbeitet haben.

 
Und welche Filme haben Sie besonders stark beeinflusst, Mr. Greno?

Nathan Greno: Für mich ist es "Dumbo". Er ist einer meiner ewigen Lieblingsfilme. Er ist einfach bei jedem Ansehen toll. Jedes Mal, wenn man ihn ansieht, bringt er einen zum Lachen und zum Weinen. Ich habe "Dumbo" als kleines Kind gesehen und wusste, dass ich unbedingt für Disney arbeiten muss. Das war in der ersten Klasse. Ich wusste damals noch nicht einmal, wie Animation funktioniert und trotzdem wollte ich für Disney arbeiten.

Jeder Animationsfilm heute hat auch eine 3D-Version. Verändert das die Art, wie man einen Zeichentrickfilm produziert?

Byron Howard: Mit 3D muss man sehr vorsichtig sein. Es ist sehr leicht, von der Story abzulenken, wenn man zu viele Effekte einbaut, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer beansprucht. Der Trick ist, die Balance zwischen der unglaublichen Tiefe von 3D und der Story zu finden. Jeder 3D-Effekt sollte der Story helfen und sie nicht behindern.

 
Warum ist “Rapunzel – Neu Verföhnt” ein computeranimierter Film geworden und keine 2D-Animation?

Nathan Greno: Ich denke, dass das mit Rapunzels Haaren so nicht in der klassischen 2D-Animation funktioniert hätte. Es wäre einfach eine große gelbe Gestalt geworden. Die Beschaffenheit von Rapunzels Haar hilft dabei, ihren Charakter zu transportieren. Wir wollten außerdem ein paar große Action-Szenen in dem Film umsetzen, dafür ist die Kameraführung bei computeranimierten Filmen einfach toll. Es ist zum Großteil wie eine Kamera bei einem Realfilm, aber noch flexibler. Man kann die Kamera einfach irgendwo im Set platzieren und die Einstellung haben, die man möchte. Wir glauben, dass Computeranimation die beste Wahl war, um die Geschichte zum Leben zu erwecken.

Möchten Sie uns zum Abschluss noch etwas sagen?

Byron Howard: Wir freuen uns, dass der Film so gut angekommen ist. Sie dürfen gespannt sein, was danach kommt!

Vielen Dank für das Interview!

(or)

 
 
 
geschrieben am 07.04.2011, 10:55 Uhr

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