PlayStation 3 Review
Grafik
8
Story
5
Sound
8
Singleplayer
7
Multiplayer
8
Steuerung
9
Gesamt
7,8
geschrieben am 05.02.2012
Von manchen geliebt, von anderen als bloßes Schauspiel abgetan. Wrestling gilt in Amerika längst schon als großes Spektakel. Wo sonst findet man unvorhersehbare Ereignisse und unglaubliche Manöver, die dem Gegner im Normalfall das Genick brechen würden? Gerade dieser Showaspekt macht für viele diesen Sport so spannend. In den vergangenen Jahren gab es schon etliche Spiele dazu. Es wurde an der Steuerung experimentiert, an neuen Modi und an dem Design gearbeitet. WWE 12 soll nun wieder etwas Neues bieten.
Story
Es gibt einen Storymodus, der euch den Weg zur Wrestlemania zeigt, dem größten Event im Wrestling. Zuerst spielt ihr in der Rolle des Bösen, später als Held, und in einem dritten Ansatz als ein Außenseiter. Dabei übernehmt ihr Charaktere, die dafür vorgesehen wurden. Die eigentliche Story ist nicht weiter spannend, doch aber die Ausführungen. Es gibt unzählige Zwischensequenzen, wobei einige sogar vertont sind. Dabei können wiederum unzählige Szenen passieren, die man so nicht vorhersehen konnte und die euch bei Laune halten. Eine direkte Geschichte für einen selbst erstellten Helden gibt es nicht.
Grafik
Die Charaktermodelle sind sehr hoch detailiert. Sogar die Gesichter legen sich in schmerzverzerrte Züge, wenn ein Schlag trifft. Einzelne Aktionen werden extra cineastisch eingefangen. Die Farben sind sehr ausgeprägt. Auftritte und Kostüme sehen dadurch sehr hübsch aus. Animationen schmiegen sich nicht ganz makellos aneinander, wurden aber schon gehörig verfeinert.
Was sehr ins Auge fällt ist die Abwesenheit eines HUDs. Keine Schmerzanzeige, keine Leisten oder Bildchen der Superstars. Einzig der Charakter selbst zeugt von seinem Zustand. Ein verletzter Fuß lässt uns hinken, zu viele Treffer langsam werden. Hat man genug Energie für einen Signature-Move oder einen Finisher, blinkt das Dreiecksymbol über unserem Kopf auf. Wenn man Kontern kann, wird der R2 Button auf dieselbe Weise eingeblendet.
An der Masse im Hintergrund wurde nur wenig geschraubt. Ein Meer aus wogenden Menschenoberkörpern. Nur in Preview-Einstellungen, die einen sehr düsteren Filter aufweisen, wirkt die Menge realistischer. Hin und wieder kommt es zu kurzen Clippingfehlern bei Griffen oder Interaktionen. Diese stören aber kaum die Action und für frühere Verhältnisse sind diese zurückgegangen.
Sound
Verabschieden sollte man sich von der Vorstellung, jemals einen deutschen Sprecher zu hören. Die Englischen tun ihre Arbeit überaus gut. Zudem wurde noch viel Arbeit in die Selbstersteller-Modi gesteckt. Unzählige Namen kann der Moderator aussprechen, sogar kombinieren. Auch selbst erstellte Finisher erhalten einen Namen, den der Moderator nennen kann. Dazu kommen noch viele Musikstücke für den Auftritt der Stars. Hier zeigt sich der Bass von einer guten Seite. Die Abmischung lässt die Sprecher nie in den Hintergrund treten und die Soundeffekte nie zu schwach werden. Soundtechnisch gibt es keine großen Mängel.
Singleplayer
Die verschiedenen Matches zeugen von guter Unterhaltung und gerade auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, wird man seine Probleme haben. In „Roads to Wrestlemania“ kann immer etwas Unvorhersehbares passieren, was großen Spaß bringt. Der Kalender sticht einem nicht so sehr ins Auge, erst wenn man herausgefunden hat, wie man seine eigenen Szenarien erstellt, eigene Matches gestaltet, Dialoge schreibt und Ereignisse bastelt, erkennt man, dass man dem Spieler die Materialien in die Hand gelegt hat, seine eigene Geschichte im WWE-Universum zu spinnen. Leider ist dies auch die einzige Möglichkeit, den eigenen Charakter in Action abseits des Rings zu sehen. Wer Lust hat, diese Momente zu erleben muss eben ein wenig Arbeit reinstecken. Ansonsten hat man wie immer die Freiheiten jedes Match mit jedem Charakter zu beginnen.
Multiplayer
Online haben sich bereits viele Spieler bereiterklärt, ihre erstellten Superstars und Geschichten zu teilen. Diese kann man sich runterladen, bearbeiten und übernehmen. Dieser Online-Store erweitert die Spielewelt um ein Vielfaches. Man fühlt sich beinah an „Little Big Planet“ erinnert. Die Onlinekämpfe gehen locker von der Hand und bis auf wenige Lags war der Ablauf schmerzfrei. Den Spielern werden sogar Ränge und Statistiken spendiert. Offline hat man die Möglichkeit mit bis zu vier Spielern in den Ring zu steigen. Was schon immer ein großer Spaßfaktor war, ist es auch heute noch.
Steuerung
Während Fans in älteren Teilen die Agilität vermissten, zeigt gerade der neue einen schnelleren Ablauf. Die L2-Taste ist zum Sprinten. R2 kontert, wenn richtig getimed, Attacken und Griffe. Dieses Timing zu treffen ist nicht gerade einfach. Um selbst Attacken auszuführen, schlägt man mit Kästchen, greift man mit X und katapultiert man mit Kreis seinen Gegner. Wenn man gerade dabei ist, die Angriffspalette des eigenen Spielers aufzupeppen, wird man von den vielen Möglichkeiten beinahe erschlagen. Das führt aber auch dazu, dass man eine längere Einarbeitungszeit braucht um sich zurechtzufinden und eine noch längere um ganz genau zu wissen, was man tut.
Fazit
Die Story tut ihr bestes, um einem echten Wrestling-Ablauf zu entsprechen. Leider ist man dabei auch nur in der Zuseher-Rolle und entscheidet keinen Plot-Twist. Dass die drei verschiedenen Storys zu Beginn nicht auswählbar sind, sondern einem vorgesetzt werden, trägt zu dem Gefühl nur noch bei, alles vorgesetzt zu bekommen. Der Multiplayer eröffnet eine große Anzahl an Möglichkeiten und ein geradezu unerschöpfliches Repertoire an Inhalten. Eigene Inhalte lassen sich ebenso vielfältig erstellen, dass es eine Riesenfreude für Bastelfans ist. Das überarbeitete, bessergesagt, weggearbeitete HUD macht großen Sinn und lässt das Spiel echter wirken. Ton und Grafik sind auf bekannt hohem Niveau. Hier kommt echtes Wrestler-Feeling auf! LETS GET READY TO RUMBLE! (pa)
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