PlayStation 3 Review
Grafik
6
Story
7
Sound
9
Singleplayer
6
Multiplayer
5
Steuerung
9
Gesamt
7,3
geschrieben am 15.12.2009
Originell, ist wohl das Wort, das die Ideen der Story am schnellsten zusammenfasst. Der Hauptcharakter Zephyr gehört dem Luft-Volk an, deren Aufgabe es ist Planeten mit einer Atmosphäre zu benetzen. Zephyr soll zu einem Wind-Krieger ausgebildet werden um für Pläne des feurigen Feindes gerüstet zu sein. Und das nicht zu spät, denn schnell zeigt sich, dass die Feuer-Wesen keine friedlichen Pläne haben und es auf die Erde abgesehen haben.
Story
Der Anführer der Luft-Armee, Nimbus, weißt euch langsam in die Kunst des Tornados ein, lehrt euch zu wachsen, zu zerstören, Combos auszuführen, die simplen Mechanismen eben. Als der Anführer jedoch außer Gefecht gesetzt wird und verschwindet, liegt es an euch, die Welt zu retten. Die Geschichte an sich, ist keine Neue. Das Gute wird ausgeschickt um das Böse aufzuhalten. Doch der Ansatz ist etwas überraschend. Das Wind-Element? Man muss zerstören, um zu retten? Keine Sorge, Bedenken um die armen Menschen werden im Spiel gemacht, und selbst kleine Details werden aufgelöst. Warum kann man nicht ÜBERALL hingehen in dieser Welt? Antwort: Das Sonnenlicht ist schädlich für die armen Windkrieger. Also schön unter dem Wolkenschatten bleiben, die eine Maschine erzeugt. Gute Erklärung und zugleich Mechanismus für Herausforderungen im Gameplay. Warum ein Zeitlimit? Antwort: Die Wolkenmaschine hält nicht ewig und lässt sich nur mit Combos weiter aufladen. Warum MUSS man zerstören? Antwort: Um zu wachsen und sich die größeren Objekte vorzunehmen, die einen, als kleinen Windhauch, nicht einmal ernst nehmen.
Grafik
Hier merkt man wohl am schnellsten, dass das Entwicklerstudio „Loose Cannon“, mit „TORNADO OUTBREAK“ ihr erstes Werk abgeliefert hat. Der Stil ist sehr simpel, von den Zwischensequenzen angefangen, die sich beinah ohne Animationen abspielen, über die Städte mit ihren bunten Objekten und witzigen Menschen, bis hin zur Animation des Tornados. Alles präsentiert sich im simplen, manche mögen sagen, kindgerechten Look. Doch dahinter steckt ein sehr liebevoll gemachtes Spiel. Die Figuren, sind, wenn man darauf achtet, immer in die Szene passend und zeigen kleine aber feine Bewegungen. Damit ist nicht das Weglaufen gemeint, das tun sie alle emsig und mit größter Hektik. Doch wenn in einem Militärstützpunkt, neben dem Labor, kleine Männchen in Anzug ihre Strahlenpistolen zücken, entlockt das schon das eine oder andere Grinsen. Auch ein fliehender Elvis in einer Las Vegas-Version, sowie ein Postmann, oder umherschwirrende Hühner sind Details, die man im großen Getümmel schnell übersieht. Doch den Überblick behält man immer, denn bei wachsendem Sturm nimmt auch die Kamera einen Respektabstand ein um die freie Sicht zu garantieren. Beeinflussbare Objekte werden durch Wackeln auffällig gemacht, womit lästiges immer wieder ausprobieren wegfällt. Die Wildheit des Tornados wird durch dessen Look nur ein wenig gemildert, doch das tut dem Spaß keinen Abbruch. Die Optik reißt, um dem Thema gerecht zu werden, keine Bäume aus, doch es ist ausreichend Wind in den Segeln um das Spiel schön aussehen zu lassen.
Sound
Der Sound ist sehr gut gelungen. Wenn man von der Grafik ausgeht, würde man einen ebenso „ausreichenden“ Soundtrack und Effekt versprechen. Doch hier haben die Entwickler genug Erfahrung aus ihrem früheren Studio „Sucker Punch“ mitgenommen. Nicht nur die Musik ist zu den Szenarios passend, auch hört man ganz genau, ob einem ein zischender Metall-Zaun um die Ohren fliegt, oder ob Traktor-Teile scheppernd von ihrem Eigentümer gerissen werden. Auch ein beeindruckendes Knallen, beim Wachsen, trägt gut zur Stimmung bei und vergewissert einem die Zerstörungskraft des windigen Ungetüms. Die Hintergrundmusik drängt sich nicht in den Vordergrund und wirkt nie lästig oder deplaziert. Sie verbleibt angenehm und begleitend. Selbst der Menübildschirm wird mit heroischen Trompeten untermalt. Zusammenfassend: Nicht billig. Man hat definitiv schon in teurer produzierten Spielen schlimmeres gehört.
Singleplayer
Die Story klingt einigermaßen vielversprechend, doch was liegt dahinter? Einfache Spielmechanik und Steuerung. Also eine gute Spielbarkeit, aber fesselt es? Tja, eine Mission hat immer dieselben 3 Phasen. Wachsen und viele Feuer-Flieger aufsammeln, mit dem Tornado-Beschleuniger Tore abklappern und schließlich ein „Vermeide das Licht“–Spiel. Zum ersten Punkt muss wohl nicht mehr allzu viel gesagt werden. Wer sich bemühen will, kann versuchen alle sich versteckenden Feuerfliegen zu sammeln und einen besseren Punkte-Score zu schaffen. Auch alte Areale können aufgesucht und mit den neuen Techniken bestritten werden. Der zweite Punkt sorgt für eine kleine Auflockerung. Die Tore sollen einen großen Tornado schaffen und sind in einer langen Bahn angelegt. Durch diese saust ihr durch und nehmt immer mehr an Geschwindigkeit zu. Das Geschwindigkeitsgefühl bleibt dabei nicht aus. Nur etwas leicht erscheint es. Später kommen noch Tore dazu, die man mit kurz gedrückter R1 Taste passieren muss. Immer wieder heiter und den Spielspaß auffrischend. Der dritte Punkt hängt sich an die Tatsache, dass sich ein Tornado nicht im Licht aufhalten kann. Schatten schweben über den Boden, werden größer kleiner, verlangen Vorausdenken. Währenddessen schießen noch Feuergeschosse auf einen zu und man muss sich konzentrieren. Sehr schön gemachte Herausforderungen, die gemeistert werden wollen.
Die Story selbst hält sich keine 7 Stunden. Einzelspieler ist gut, solange es dauert, doch es dauert nicht lange. Hier winkt der Wiederspielwert, in Form von Trophäen, noch nicht zu 100% geleerte Levels und den Multiplayer.
Multiplayer
Dieser ist schnell zugänglich und in 2 Formen zu spielen: Splittscreen oder großer Bildschirm. Ein Freund springt ein und kann helfen die Story voranzubringen. Dabei werden natürlich die Punkteschwelle für einen Levelaufstieg halbiert, um beiden die Chance zu geben zu einem tosenden Hurrikan zu werden. Durch Teamwork lässt sich Phase eins des Spiels leichter abschließen, aber bringt ansonsten wenig Neues. Der zweite Part wurde nicht ganz glorreich gelöst. Anstatt 2 Drehwinde durch die Pforten jagen zu lassen, vielleicht sogar in Form eines Rennens, darf nur einer fahren, dem anderen wird die Verantwortung über den R1-Button gegeben, keine lohnende Aufgabe. In Phase drei wird ebenso verfahren. Doch bei jedem Anlauf werden die Aufgaben gewechselt, das schafft ein bisschen Abwechslung. Doch da hätte man mehr Wert darauf legen können, damit man einen Ansporn hat die Mehrspieler-Trophäen abzuschließen.
Steuerung
Doch wie wird man nun ein großer, respektabler, alles mit sich reißender Sturm? Hier schwenkt das, von Katamari bekannte, Prinzip ein. Sammeln und wachsen. Simpel, aber nicht minder unterhaltsam. Man fängt mit kleinen Gräsern an und der Erfolg lässt länger auf sich warten. In einer Anzeige links oben, wird einem der Fortschritt angezeigt. Dann kommen Zäune, Menschen, Fahrzeuge, Bäume, Häuser und eine Landschaft ist dem Erdboden gleichgemacht. Das weckt eine gewisse Zufriedenheit und den Gedanken, etwas geschafft zu haben. Nur schade, dass einem manchmal die Zeit daran hindert, ein vergessenes Hochhaus abzureißen…
Die Steuerung ist simpel. Man bewege sich, altbekannt, mit dem linken Stick, benutze den rechten um die Kamera zu ändern und den rechten Schulter-Button um Feuerteufel festzuhalten, die einem die erhofften Combos bringen. Die Windhose spricht sofort und präzise auf die Richtungsänderungen an, man hat immer die Kontrolle. Im späteren Spielverlauf lernt man weitere Bewegungen, die aber weder kompliziert sind, noch die Steuerung überladen. Schnell zu lernen, schwer zu vergessen, und nicht langweilig werdend.
Fazit
Wenn auch Grafik und Storylänge zeigen, dass es besser gegangen wäre, ist das Spielprinzip doch amüsant genug um dabei zu bleiben. Auch geht es, mit dieser Optik und simplen Steuerung, als Spiel für Kinder durch. Da lassen sich auch ein paar kleine Runden Koop spielen. Man kann sagen „TORNADO OUTBREAK“ bietet nicht die grafische Qualität anderer Titel auf den heutigen Konsolen, doch darf es auch nicht als Billigproduktion gehandhabt werden. Denn es ist solide in dem was es macht. Und das ist Spaß. (pa)