Catherine
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PlayStation 3 Review
Videospiele bieten meistens die üblichen Storys. Man rettet die Welt vor Superschurken, sucht verschollene Artefakte oder kämpft sich durch Kriegsszenarien. Dass man aber auch geschickt ganz alltägliche Dinge und zwischenmenschliche Beziehungen zum Thema eines Spiels machen kann, zeigen uns ATLUS mit ihrem Titel Catherine.
Um nach oben zu kommen, muss man die quadratischen Blöcke mit Köpfchen schieben und ziehen und sich so den Weg bahnen. Dabei besitzen sie in der Traumwelt eine besondere Eigenschaft. Solange sich zwei Blöcke noch mit der Kante berühren, fallen sie nicht herunter, denn die Gesetze der Physik gelten dort nicht. Anfangs noch relativ leicht, steigt der Schwierigkeitsgrad kontinuierlich und ist in den letzten Levels selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad kein Zuckerschlecken. Zudem kommen später auch neue Blockarten hinzu, welche Stacheln ausfahren, wenn man sie betritt oder explodieren. Dafür kann man einige seiner letzten Handlungen auf „Easy“ immer wieder Rückgängig machen, falls man sich mal „verschoben“ hat. Eine Albtraumsequenz besteht aus mehreren Etappen. Hat man eine überwunden, befindet man sich zunächst in einem Zwischenraum. Hier kann man nicht nur speichern, sondern trifft auch auf scheinbare Leidensgenossen, die allesamt als Schafe dargestellt werden. Doch Aussehen und Aussprache kommen Vincent sehr bekannt vor und schnell wird klar, dass es sich um Menschen handelt, die er aus dem Stray Sheep kennt. Hier schafft das Spiel geschickt einen Spagat zwischen der Albtraumwelt und der Realität, denn ist man in der einen Welt gut zu seinen Freunden, macht sich das auch in der anderen Bemerkbar.
Bevor es dann zum nächsten Puzzle geht, muss sich Vincent immer wieder in einen Beichtstuhl setzen. Hier stellt ihm die seltsame Stimme allgemeine Fragen über Beziehungen, die Ehe oder moralische Angelegenheit. Je nachdem wie man hier antwortet, sinkt oder fällt Vincents Karma-Barometer. Dieses beeinflusst in Schlüsselszenen das Voranschreiten der Story. Man sollte also wohl überlegt wählen. Außerdem bekommt man, wenn man mit der Konsole online ist angezeigt, wie andere Spieler geantwortet haben.
Im letzten Abschnitt einer jeden Nacht, spielt nicht nur die Zeit gegen einen, sondern es gibt eine Art Endgegner. Diese entspringen Vincents Psyche und so wird man beispielsweise von einem monströsen Baby verfolgt. Die Enbosse zerstören nicht nur nach und nach die Blöcke, sondern vereisen diese beispielsweise auch oder sorgen dafür, dass die Steuerung umgekehrt wird.
Nach einer erfolgreich absolvierten Albtraumsequenz wird dann die Story in klasse inszenierten Anime-Sequenzen fortgeführt, bis man sich dann abends wieder im Stray Sheep (was übersetzt übrigens soviel heißt wie „streunendes Schaf“) wieder findet. Dort kann man in der Regel immer so viel Zeit verbringen, wie man möchte. Ob man nun mit den Gästen plauscht, die Jukebox füttert, am Arcade-Automaten „Rapunzel“ (eine 16-bit-Version von Catherine) spielt oder sich betrinkt, steht dem Spieler frei. Der Konsum von Alkohol bringt, bis auf den Kater am nächsten Morgen, auch noch zwei Features mit sich: Erstens kann Vincent im Albtraum unter Alkoholeinfluss schneller klettern und außerdem bekommt man nach dem Verzehr kurze Informationen zum jeweiligen Getränk.
Außerdem kann Vincent stets mit seinem Handy interagieren. Neben einer Speicherfunktion erhält er auch immer wieder Kurznachrichten von Katherine und Catherine, die es zu beantworten gilt. Aus einer Reihe von vorgefertigten Satzbausteinen, kann man sich hier eine Antwort zusammenbasteln. Auch diese beeinflussen merkbar Vincents Karma. Wie bereits erwähnt, lenkt diese Anzeige den Spielverlauf in Schlüsselszenen in bestimmte Richtungen. Da Catherine ganze neun verschiedene Enden bietet, lohnt es sich also auch den Titel mehrmals zu spielen und immer neue Reaktionen auszutesten.
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