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BluLife Blog von MoeMents

MoeMents

L i f e f o r c e

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Kommentare: 15
Danke: 13
08. Februar 2018


Alle verwendeten (DVD-) Bilder unterliegen dem Copyright von...
Golan-Globus Productions, Easedram Limited, London-Cannon Films
Vertrieb: MGM Home Entertainment / 20th Century Fox, NSM Records

 

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GB 1985

 

 

Dan O’Bannon... nicht nur Regisseur meines liebsten Zombie-Flicks (Return of the Living Dead), sondern auch der eigentlich Star hinter ALIEN (1979), setzte mit LIFEFORCE ein Drehbuch auf das nur so vor Detailreichtum strotzt. Regisseur Tobe Hooper (RIP Texas Chainsaw Legende) kam gleich noch mit der genialen Idee hinzu das ganze Setting rund um den Halleyschen Kometen anzusiedeln (tatsächlich streifte der die Erde erst ein Jahr später/1986) und eine Crew Erdlinge in den Weltall zu schicken, um das Ereignis direkt vor Ort zu inspizieren. Doch man entdeckt im Inneren des Schweifes ein Raumschiff fremden Ursprungs und mit ihm, eine außerirdische Lebensform.

 

Merkt man an den Weltraumaufnahmen vorerst noch den CANNONischen Low Budget FILM-Flair, überzeugt das Innere des fremden Raumschiffes flugs mit einem herausragenden Design, einer wulstigen Organik verbunden mit der nötigen Futuristik. Der äußerliche Größenvergleich weckt ohnedies freudige Erinnerungen an Event Horizon.

 

alt textHier ist Fledermausland! (Bild rechts)

 

Soll der Erstkontakt noch OUTER SPACE stattfinden, begibt man sich für die restliche Story zurück auf die Erde, genauer gesagt ins gegenwärtige LONDON. Die entdeckte Spezies in ihren gläsernen Konservierungsbehältern (und eine Fledermaus-Kreatur) hat man natürlich mitgenommen und bevor man überhaupt auf dem Heimatplaneten ankommt, hat sich schon eine Katastrophe ereignet! Die es nun im spannungstragenden und abwechslungreichen B-Stil aufzuarbeiten gilt.
 

Weshalb sich eine effektgeladene, übernatürliche und sogar etwas verruchte Verwüstungs-Spur durch London zieht! Die sich in eine elektrifizierende, zombreske Kettenreaktion auszuweiten scheint und einem völligen Untergang gleichkommt. Die mitgebrachte Lady (Mathilda May) und ihre zwei konservierten Männer benötigen LEBENSENERGIE

... und die zehrt man vorzüglich von menschlichen Seelen!

 

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Als Mensch einmal angezapft und in eine ausgelutschte Mumie verwandelt, setzt dies einen nicht enden wollenden Kreislauf des Energieraubes in Gang, der sich wie ein PERSONIFIZIERTES schwarzes Loch seinen Weg bahnt.
 

An zwei Männern liegt es nun, den seltsamen Vorgängen und der Lady – die sich nicht mit Keksen locken lässt! - Einhalt zu gebieten: Dem einzigen Überlebenden der Weltraumkatastrophe, Col. Carlsen (Steve Railsback) und dem eifrigen Ermittler Col. Caine (Peter Firth), die sich beide durch unzählige/abwechslungsreiche Locations zu schlagen haben (Weltraum, Forschungeinrichtung, Stadt/Land, Irrenhaus/Gefängnis, Kriegstraßen, Quarantäne, Kathedrale) um den startenden Weltraumopener in einen schaurigen Energie-Thriller zu verwandeln.

Der in feinster B-Manier von Genre zu Genre switcht und sich des gesamten Potpourris geliebter 80s-Elemente bedient… von atmosphärischer Durchgängigkeit über effektvolle Handarbeit und eifrigem Schauspiel, bis hin zur übernatürlichen Betörung durch eine entblätterte Vampirella. Sogar eine mentale, telepathische Connection als (philosophische) Meta-Ebene setzt man der Bodyinvasion-Story obendrauf. Die im gesamten Subtext auch noch eine legendäre Origin-Story des kultigen und legendären Vampires beherbergt.

Statt des kultigen Spießes durchs Herz, hat man dieses Mal eben den Solarplexus (das Energiezentrum / KONGENIALE IDEE) zu durchstossen!
 

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Ein richtig origineller und mit Metaphern ausgesatteter Streifzug, der sich selbst vollends auskostet und in der Art noch nie da war! Dadurch (auf Kritikseite) zwar auch überladen wirkt und manch notwendige Erkenntnis gelegentlich nur in einem Satz einstreut - ich musste bei Erstsichtung echt oft zurückspulen um wirklich alles mitzubekommen -, andererseits aber mit dem angezettelten Detailreichtum (dieser archetypischen Wesen) eine ganze Mythologie füllen könnte.

Was demnach rasante Kurzweile bietet und in der knappen 90 Minuten Version auch ihre Sprunghaftigkeit erhält, scheint anderweitig vortrefflich von nach A nach B durchgeplant zu sein und reichlich Backgroundinfos zu bieten – sofern man sie in der Kürze auch aufschnappt und vllt. sogar selbst weiterspinnt. Wenn man sie auch noch ins Philosophische überträgt, kann man nur sagen: B-Movie trifft auf mögliche Tiefe/Substanz!

 

Für einen Cannon Film mit 25Mio. $ eigentlich sogar ein beachtliches Budget (seiner Zeiten), macht sich das auch bemerkbar: Zwar nicht unbedingt bei den Weltraumeffekten, aber im Ausnahmezustand Londons mit unzähligen handgreiflichen Statisten; in der Action durch genügend Explosionen und zerschepperte Kulissen; genauso durch famose Designs und verdammt gut aussehende Practical Effects was die mumifizierten Opfer angeht!
 

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So ein Animatronic-Halbtoter ist nämlich der (staubige) Knaller!

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Ebenso überzeugt das Make-Up und manch schauriger Gore-Effekt. Überall an allen Ecken und Enden funkt und kracht es – und das bunt oder atmosphärisch beleuchtet. Eine wirklich breite Palette was die Ausstattungsvielfalt angeht! Darüber hinaus hat man sich die Mühe gemacht Rückblenden nicht einfach nur zu erzählen, sondern sie auch zu verfilmen! 
 

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Die typischen, gern verwendeten 80s-elektrifizierten Blitze sind mir ohnehin eine Freude!
 



Die französische Ballettänzerin Mathilda May kam fast unverhofft an die Rolle der Energie-Vampirella und bemerkte erst am Set, dass sie für ihre Rolle gänzlich blank ziehen muss. Als sie jedoch mitbekam, dass es sich nicht um Erotikszenen, sondern sich um einen Sci-Fi-Film handelte, beruhigte sich die erste Aufregung wieder. Und man muss sagen, ihre perfekten Proportionen brachten erst den betörenden energieverschlingenden Reiz in diesen nicht enden wollenden Sog.
 

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Die zwei männlichen Frontstars arbeiten gut zusammen, duellieren sich jedoch irgendwie im eifrigen Überziehen der Rollen. Steve Railsback als aus dem All zurückgekehrter Col. Carlsen, beginnt immer mehr am Rad zu drehen und der polizeiliche Sonderermittler Col. Caine, gespielt von Peter Firth, ist mit so dermaßen viel Eifer bei den Ermittlungen, dass er von genial bis zum over-the-top-Blick alle Mätzchen spielt. Nie rutscht man aber in Trashgefilde ab, vielmehr fesselt man mit (sinnlicher, verrückter) Intensität und B-Bravour.

Als bekanntes Gesicht bekommt man im (exorzistischen) Abstecher in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher auch noch Patrick Stewart zu Gesicht, der dann sogar einiges wegzustecken hat!
 

Eigentlich fragte man James Horner einen Score auf die Beine zu stellen, dann kam jedoch Henri Mancini zum Zuge und setzte mit dem London Symphonie Orchester eine Untermalung auf, in der sich für jede Stimmung etwas findet – egal ob sphärische Harmonie mit Klasse oder treibende Actionklänge mit Thrill untersetzt, der Score kann sich hören lassen.

 

 

SPOILERBOX (Auflösung)

Wenn man letztlich den gehörten Details glauben schenkt, sieht es aus, als wär Col. Carlsen schon stets ein Außerirdischer gewesen und ihm zur Erfüllung des Planes (Schicksal) die Erinnerung an sein wahres Ich (als von langer Hand geplanter Akt) gestrichen worden, damit er in seinem Run über die Erde die treibende Schlüsselfigur erfüllt – auf gelenkte, manipulierte Art!

Wenn letztlich beide Liebenden in in ihrer ursprünglichen Energieform in ihr Raumschiff zurückkehren – auch der Selbstmord scheint im Masterplan inbegriffen zu sein – meint die Erde zwar großes Unheil abgewendet zu haben, jedoch ging aus außerirdischer Sicht der Plan vollends auf! Alles notwendige wurde erledigt. Die Batterien wurden durch die LEBENSKRAFT unzähliger gefallener Menschen wieder aufgeladen! Und die Reise kann weiter gehen.

Wenn man schlussendlich das vollbefüllte (elektrifiziert AUFGELADENE) Raumschiff der Außerirdischen von dannen ziehen sieht, fragt man sich sogar noch, wie oft diese Nummer wohl schon abgezogen wurde?

SPOILERBOX - OVER AND OUT

 

 

Durchschnittsbewertungen mit 6 von 10 Punkten (imdb) kann ich nur wenig nachvollziehen. Es liegt wohl an der komplexen Story, die für einen B-Movie einfach viel zu viel in die Detailkiste greift und fast unentwegt wieder neue Richtungen oder Erkenntnisse aufschlägt - manch zuvorige wieder erweitert oder gar ersetzt - und somit auf die Schnelle, bzw. in der knappen Kürze des Films, echt verwirrend sein kann. Dann wirkt das Ganze wohl 'to much', eröffnet andererseits aber auch den Raum für weitere Sichtungen, um sich nach und nach dieser interessanten Mytholgie der urtypischen Vampire zu widmen und immer mehr zu erfahren.

 

„Das Netz des Schicksals trägt dein Blut und deine Seele zurück zur Genesis, meiner Lebensform.“



Ein B-Movie mit dieser Story-Komplexität (seiner Zeit weit voraus) und dann auch noch unterlegt durch Action, Thrill und mannigfaltige Exkurse von Horror über laszive (fast morbide) Sinnlichkeit hin zu mentalen Metaebenen, muss man erstmal finden!
 

 

Leider verlor er an den Kinokassen aber gegen Ron Howards Cocoon.

Für mich, eine grandiose B-Perle voller Abwechslung und stimmungsreicher Genre-Kurzweile.

Ein spooky atmosphärisches Unterfangen, welches in seinem Eifer von der ersten bis zur letzten Sekunde zupackt, einen schüttelt und in kultiger 80s-Originalität immer wieder eines Energie fordert. Wow!

 

 

Neben der DVD-Auflage gab es auf Blu-ray bisher drei Mediabooks (eines davon links oben) die sowohl Kinofassung als auch Directors Cut (116 Min. im O-Ton) enthielten. Ebenfalls gab es ein limitiertes FuturePak. UK/US-Importe (unten) sind genauso im HD-Format erhältlich. Jetzt wär nur noch ein deutschspr. Keep Case mit DC erwünscht.

 

 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

Coverbilder: bluray-disc.de
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