Filmkritik "The Last Visit"

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21. September 2009
Filmkritik "The Last Visit"
Paul Pickering ist als Regisseur von Low-Budget-Science-Fiction nur den wenigstens bekannt. Nach "The Lack" kommt aber sein neuester im Frühjahr 2010 gleich auf Blu-ray, was bei den üppigen Raumschiffscenen, wunderbar in SloMo und per CGI animiert, einfach passt.

Die Zwillinge Hank und Keith (gespielt von J.J. Jackson und Hugh Ewing) haben seit einem Unfall mit 13 Jahren das zweite Gesicht und sehen die Zukunft in zwei verschiedenen Versionen. Der eine als Apokalypse, in der ein Alienbesuch die Erde schlussendlich vernichtet und der andere sieht noch Hoffnung, weil er weiss, dass die Aliens die Menschen für zu unwichtig halten werden, um aktiv zu werden. Intelligent über Rückblenden erzählt der Film das Leben der beiden, der eine, der versucht, noch soviel wie möglich zu erleben und der andere, der versucht, die Welt soweit zu verändern, damit die Menschheit nicht mehr als Bedrohung gesehen werden kann. Dabei spielt Pickering simultan auch zwei Geschichten durch, insbesondere die von Keith, bei dem der Alienbesuch in einer Vielzahl von Möglichkeiten alterniert, mal bemerken die Aliens die Menschen gar nicht, mal versuchen sie die Kommunikation mit Viren und Bakterien aufzubauen, mal wenden Sie sich mit der Bemerkung "Mann, sind die schmuddelig" angewiedert ab und mal ergibt sich nach dem Meeting mit dem Präsidenten ein Saufgelage besonderer Grösse. Sozialkritik, Action und komische Familienstreits mit den Zwillingen kommen bei 222 Minuten Gesamtlänge auch nicht zu kurz.
Die Vielzahl der Entwicklungsstränge schwankt zwischen genial und verwirrent, teilweise auch nachdenklich und bestürzend, trotzdem steuern sie konsequent auf den ultimativen und unvermeidlichen Höhepunkt zu.
An Bild und Ton ist nicht zu kritteln, Qualität ist optimal, die Extras sind aber extrem dürftig, ich hätte gerne wenigstens eine Kommentarspur gehabt. Das 5-minütige "Making Of" liegt nicht in Blu-ray Qualität vor.
Für Fans von "Per Anhalter durch die Galaxis" ist diese englische Variante von typischen Science-Fiction-Elementen ein intelligent-komisches Vergnügen der besonderen Art.
Euer KeyJ Phade