Kolumne

25. August 2010
Da isser wieder ...

.. und endlich ein altes Problem gelöst: die Audio-Sammlung im Auto.

Was haben die Bekannten schon alle für ein Geld ausgegeben, um Musik im Auto zu hören. Früher wurden CDs mehrfach gekauft und das Handschuhfach mit den Doppelten geflutet, aber es wurde besser. Neue Technik macht schliesslich alles besser, oder ?

Es kamen die CD-Wechsler ! Macht weniger Hüllen, weil "alles" schon geladen ist, VW verbaut die noch heute und schimpfen es Media-Center, bloss wie krieg ich da meine 15.000 Songs drauf ? Danach der iPOD, Mercedes hat wohl den iPOD-Adapter als erstes im Angebot, Aufpreis fürs passende Radio schlappe 1,5KEUR, dafür kann ich mir auch Moby mieten, der spielt dann Live vom Rücksitz. Danach kamen die Trittbrettfahrer aus den kleineren asiatischen Ländern und boten ihre Radios mit SD-Slot, iPOD-Docking-Station und Bluetooth feil, alles zusammen auch nicht gerade günstig, neu, aber eben nicht günstig, wenn man alle beteiligten Geräte kaufen muss.
Naja, und der eine oder andere deutsche Hersteller hat jetzt auch Radios mit DVD-Laufwerk im Programm, die auch direkt MP3s lesen können, reicht aber nicht.

Aber eines Tages sah ich irgendwo nen schicken Kopfhörer für mein Handy (jaja, ich weiss, dass ein Kopfhörer im Auto bei einer Polizeistreife nicht gerade cool kommt), aber es brachte mich auf die Idee, mal per google zu gucken, was es an Zusatzgerätschaften für mein neues Sony Ericsson Handy gibt und siehe da ...

Und siehe da ? Einen FM-Adapter ?
FM = Radio ? Ja, wirklich, der macht aus dem Handy einen Radio-Sender !!!

Low-Tech pur, ich liebe es. Bestellt, nen Kanal mit 100MHz im Radio programmiert und wups, schon einsatzbereit. Mein Handy wird sowieso mit allem vom Media-Center synchron gehalten und bietet dank ner 16GB-SD-Karte für knapp 25% meiner Songs Platz, lässt sich bestimmt auch noch weiter aufrüsten.

Ins Auto gehüpft, den winzigen Adapter ran und locker im Radio "Kolumne FM" auf Programmplatz 1 gewählt, Sound ist gut, das Handy sollte aber in der Nähe des Radios bleiben, keine Kabel und ....

DER MMR-70 FM-TRANSMITTER HAT MIT LIEFERUNG 11,86 EUR GEKOSTET ! Wirklich !


Euer Phade

Und da frag ich mich nur noch, wann einer nen Funkempfänger für Streaming-Video vom NAS direkt in einen HDMI-Adapter baut, Korea mach doch mal Hinne, ich brauch das grad ...

Kategorie: Allgemein
25.08.2010 um 14:32 Uhr
 
17. Februar 2010
Es gibt Moden, die braucht keiner.

Kramt mal bitte "Winchester '73" oder "12 Uhr Mittags" raus und schaut euch den Anfang an. Auf Tafeln wurde der Titel und die wichtigsten Schauspieler eingeblendet und dann ging einfach der Film in Bewegtbildern und Ton los.

Dann wurde das "Geschichtenerzählen" im Vorspann wichtig, Bond schoss immer durch die Röhre, bis das Blut lief, aber es war wenigstens noch am Anfang des Films zu finden. Heute gärt ein komplettes Prequel über 10 Minuten und es wird eine nicht unwichtige Geschichte erzählt. Die fängt SOFORT an, während der Nachbar mit den Fingern durch seine stinkenden Nachos kramt, die letzten Besucher die heiligen Hallen betreten und der Eismann noch die Türe knallt. Kriegt man natürlich nicht mehr mit, warum die Hauptfigur jetzt unbedingt nach Cuba fliegen muss, nach den ersten 10 Minuten setzt das musikalische Thema an, in "Modern-Gothic-Electra-3D-Wupping-Font"-formatierte Namensbrocken "cgi'en einem um die Ohren. Ohne Sinn und Verstand werden die Funktion und der Name der Person in den Hintergrund gemorpht und das ganze dauert weitere 5 Minuten.

Manchmal lese ich den Vorspann nämlich ganz gerne, wenn nicht sowieso schon alle Fakten bekannt sind, gehört für mich irgendwie zum Kino-Erlebnis dazu, kann ich bloss nicht mehr, weils nicht mehr informativ, sondern nur noch künstlerisch verbastelt ist, und die längst eingesetze Handlung überlagert.

Guckt mal "Ein Quantum Trost", der Vorspann beginnt ab 4:02 !
"I Am Legend" schiesst nach 7:31 den Vogel ab, "Jumper" nach 8:24, aber ist dann mit grauer Schrift auf einer Nachtszene wenigstens nicht mehr lesbar. Acht Minuten und vierundzwanzig Sekunden ? Das grenzt doch zeitlich schon an Coitus Interruptus.
Und bei "Oben" erscheint einfach um 3:09 das Wort "Oben" im Himmel, hm, zwar nicht gerade informativ, aber mans KANNS wenigstens lesen.
"Avatar" hat einfach gar keinen Vorspann mehr (oder hab ich da was verpasst ?).
Gerade den Trailer von "Iron Man 2" gesehen, die schreiben natürlich "Iron2Man", kann mal einer die Designer in Ihrem Styling-Wahn stoppen ?
Wird dann "EisenZumMann" der deutsche Titel ? Das wird doch langsam lächerlich ...

Und wie sieht ein Vorspann dann in Zukunft aus ?
Man bekommt einen Laserpointer und ne Shutter-Bildschirmbrille und immer wenn man wissen möchte, wie nun der Darsteller der Nebenfigur heisst, zeigt man locker drauf und bekommt live im Kinosaal dessen Wikipedia-Seite überblendet ?
Der Nachspann wird gleich komplett am Anfang gezeigt ?
Oder der Vorspann direkt vor dem Abspann ? Ding-Media und Bums-Produktion präsentierten Ihnen ...

Liebe Produktionsfirmen: das Ding heisst Vorspann und nicht Prequel, ich will auch nicht mitten in der Story unterbrochen werden. Die Kinoignoranten, die es nicht interessiert, sollten die Zeit nutzen können, um ihr Knabberzeugs abzulegen, also nehm doch bitte die Vorabvorführungen nicht zum Massstab, da gibt es zumeist kein Popcorn. Und Colani sollte euch allen auch gezeigt haben, dass Design etwas mit Funktion zu tun haben sollte ...


Euer Phade

Wenn einer noch lustigere Varianten für die Verunstaltungen der Gattung Vorspann auf Lager hat, bitte ab in die Kommentare damit ...


Kategorie: Allgemein
17.02.2010 um 14:19 Uhr
 
21. November 2009

... genau, und zwar möglichst schnell aus dem Kino. Es gibt so deutsche Regisseure, die zwar weltweit berühmt sind, man aber nicht so genau weiss, warum. Und es gibt Filme, da möchte man eigentlich nur flüchten. Richtig schlimm wirds, wenn beides zutrifft. Da wird einem halt so lange die Werbung um die Ohren gehauen, bis man trotzdem hingeht, und die 20 EUR für Food und Karte lieber schon vorher in die Tonne gehauen hätte. Auch McDonalds macht so viel Werbung, bis die Masse jeden Mist in sich hineinschlingt.

Die Story ist die typische Frechheit: intellektueller Loser verkackt in der eigenen Familie und rettet diese dann nach einer aberwitzig zufälligen Odysee über den ganzen Planeten vor der grosse Weltkatatrophe. John Cusack macht dabei den Eindruck, als hätte er zu 100% vor ner grünen Wand gespielt, und wahrscheinlich war es genau das, die restlichen Figuren kommen auch alle aus der CGI. Der böse Russe (die Synchronisation desselben grenzt eigentlich an Volksverhetzung), der debile, auf Richtung getrimmte General, dumme Kinder, die lieber ihrem Schosshund retten, als 100.000 Menschen und ein Happy-End (bei einer globalen Katatrophe ? dann ist es keine Katatrophe !) bilden den üblich schwachsinnigen Rahmen, um den Computern den Rest machen zu lassen. Und auch diesen "Rest" der CGI-Zerstörung haben wir schon 100 mal gesehen, gähn.

Unglaublich lachhaft sind aber diesmal die "wissenschaftlichen Hintergründe" der Story:

a) Neutrinos interagieren plötzlich mit anderen Teilchen, und das genau nur im Erdkern, nicht auf der Sonne, wo sie schliesslich emitiert wurden, nicht auf dem Mond, nicht auf der Erdoberfläche, ne, nur im Erdkern. Bei einer Veränderung sämtlicher physikalischen Grundlagen, wuppt nicht etwa das gesamte Universum mal einen Schritt zur Seite in eine andere Dimension, ne sondern nur genau unser Erdkern wir ein bissle wärmer. Einstein, ich hör dir trapsen. Emerich hat aber wohl genau dort weggehört, der ist wahrscheinlich schon so amerikanisiert, dass er den Namen Einstein nicht mehr kennt

b) zur Rettung werden Schiffe, also Archen, gebaut, auf exakt 5237m über Normalnull im Himalaya plaziert, damit sie dann auf der heranrauschende Flutwelle locker aufsetzen. Die exakte Höhe haben die Wissenschaftler natürlich schon 3 Jahre im vorraus berechnet, sowohl die Erwärmung des Erdkerns, Erdbeben, Vulkanausbrüche, das Abschmelzen der Pole, das restliche Wetter, das Volumen aller Täler der Welt etc etc berechnet, damit die Welle genau an der Bugspitze auftrifft, wie realistisch

c) wären die Leute einfach 30 Meter höher in den Himalaya geklettert, hätten Sie keine Schiffe gebraucht (da will ich mal ein alternatives Ende in den Extras auf DVD und Bluray sehen)

Es ist eine bodenlose Unververschämtheit, was Hollywood da abliefert, die Krise scheint aktuell nicht nur in der Wirtschaft, sondern hauptsächlich in den Köpfen der Leute vorhanden zu sein, vielleicht sitzen bis 2012 dort einige altgediente Idioten weniger. Wenn ich mich mit einer Weltkatatrophe auseinandersetzten will, guck ich "Die letzte Flut" oder "The Quiet Earth", da kann ich mein Hirn wenigenstens noch anlassen ...


Euer KeyJ Phade
Kategorie: Reviews
21.11.2009 um 13:45 Uhr
 
08. November 2009
(Kolumne von KeyJ Phade)

Die Staaten sind schon Klasse, die Leute sehr entspannt und sehr nett, die Natur atemberaubend, das Essen viel besser als sein Ruf (sofern man alles Junk-artige und Fertigkram meidet), und die amerikanische Technik ... ein Albtraum.

Das fängt schon am Imigrationsschalter an, mittlerweile reicht nicht mehr der Fingerabdruck des Zeigefingers, neee, jetzt macht ne kleine japanische Minikamera ein Ganzkörperfoto und es müssen alle 10 Finger gescannt werden. Aber die anschliessende Automatiktür zum Warteraum des Flughafens hatten Rollen, die man hierzulande eher an Gefängistoren vermuten würde.

Und genau das ist es. In den Staaten ist einfach nur alles gross, nicht schön, nicht praktisch, nur gross. Und dann noch grösser. Muss am Land liegen. Disney-World ist wirklich gross, steckt locker das eine oder andere deutsche Bundesland weg, Texas Wüsten sind noch grösser und Montanas Weideflächen sind abnorm. Dem Amerikaner scheint daher "gross" gleichbedeutend mit "praktisch", "edel" und "wunderschön" zu sein.

typische amerikanische Klospülung typisch amerikanisches Autodesign typische amerikanische Verkehrsregelung

Deshalb muss man den Hebel der Spülung am Pissoir mit zwei Händen bedienen, muss man wirklich, wenn mans einrasten hören will. Die Highways sind 4-spurig und haben gräserne Auslaufzonen im Formel-1-Kaliber. Braucht man auch, wenn wieder einmal ein Absperrungspylon, bei uns eher in Form eines Hexenhutes, dort in der Grösse einer durchschnittlichen Kleiderpuppe, von einer leichten Brise (gross heisst ja nicht schwer oder sicherer Stand, klar soweit ?) umgekippt ist, zwei Spuren blockiert und neben einem ein Dodge Ram ins trudeln kommt. Autos sind generell riesig, holen mickrige 150PS aus einem V8, haben ein gefühltes Drehmoment von unter 100nm, schaffen es nur mit Mühe auf die maximalen 70m/h und verballern bei dem Versuch mindestens vier Galonen Sprit. Und immer schön Autos mit dem cw-Wert eines Kühlschranks bauen. Und Hinweisschilder, die einem die Sicht nehmen.
Aber eben gross.

Ich hatte wirklich den Versuch gewagt und einen Lincoln verkehrsroudyartig auf 140km/h beschleunigt, natürlich ohne Familie an Board, schliesslich riskiert man nicht leichtfertig das Leben anderer. Die Kiste wackelte und sprotzte, im Innenraum fing einfach alles an zu klappern und das regelmässige Tack-Tack der Reifen kam nicht von irgendwelchen in der Strasse eingelassenen Markierungen, sondern von der Radaufhängung selbst, weia.

Wundert einen nicht so richtig, TÜV und DIN gibts da nicht. Dass nicht jeden Tag eins unserer benachbarten Hotelzimmer abfackelte, wunderte mich wirklich, angesichts der wohl wackeligsten Steckdosenstandards (generell ohne Erde !), die ich je in einem Land gesehen habe (ok, nur die Iren sind da noch heftiger, die MÜSSEN in jede Steckdose noch Sicherungen einbauen, weil generell in keinem irischem Haus ein zentraler Sicherungskasten existiert).

Nach diesen ersten Feldversuchen schaute ich mich nun genauer um. Hifi aus Amerika ? Nirgends, in jeder Bar hängen grosse (natürlich "grosse") Flatscreens, aber die sind aus Asien. Stereoanlage im Hotel ? Aus Japan. Im Auto ? Blaupunkt. Ich suchte vergebens nach Ketten wir Saturn oder Mediamarkt, in Amiland gibts Radio-Shack, die verkaufen aber eher Staubsauger, klobige Monster, die man am Griff schiebt.

Und dann wars mir klar:
Amerikaner können einfach weder etwas praktisches noch schönes bauen. Scheinen die nicht in den Genen zu haben. Erfunden wurde und wird sowieso alles nur in Deutschland, die Amis bauens dann schlecht aber gross nach, und werden damit reich genug, ganz einfach weil der Markt plötzlich 3x grösser ist, dann kriegens auch die Japaner mit und bauen Geraete in für den Durchschnittsmenschen geeigneten Darreichungsformen. Andere Asiaten klauen das dann wieder und überschwemmen den Weltmarkt, zum Schluss nehmen sich wieder die Deutschen der Sache an und verpassen dem Kühlschrank, der Küchen-Armatur, Armbanduhr oder eben dem 50-Zöller oder Bluray-Player ein Aussehen, was die Seele beruhigt. Loewe sei Dank. Gepriesen sei Samsung.
Der ewige Kreis des (Technik)lebens.

BTW: Die Designer von Apple sind niemals Amerikaner, DAS können nun Aliens sein.

Euer KeyJ Phade

Kategorie: Allgemein
08.11.2009 um 12:38 Uhr
 
28. September 2009
(Kolumne von KeyJ Phade)

Mann, dass war schwer. Ein neuer Manager für mein Wohnzimmer musste her. Die Regale waren voll und die Wahl deshalb extrem schwer, Gründe gibt es für alles und Werbespots für jeden. Sind mir nun die EU-Normen wichtiger oder die Mehrwertsteuer ? Die Farbe oder das Gesamtbild ? Schwarz ist so hässlich, Blau gibt es hier nicht zu kaufen, Gelb, Rot, Grün ? Oder ganz tief Rot ?

Die magische Hürde von 50 Zoll kann keiner nehmen, das wird mir dann zu teuer. 20 Zoll sind zu klein, und die um die 30 sind eben wieder nur die Schwarzen. Also muss man auf die Anschlüsse achten, nicht jeder Stecker passt in jede Buchse.

Aber dann war es doch einfacher, zwei Hersteller zahlen mir ja die Steuer zurück, sagen sie. Habe ich zwar nicht gewählt, gefällt mir totzdem. Mal sehen, ob dann da auch was kommt. Wie wollen die mir etwas vom Kaufpreis zurückzahlen, wenn die Insolvenz schon angemeldet ist ?

48 Zoll scheinen ja trotzdem irgendwie die absolute Mehrheit zu sein. Mann, ich arbeite mit Computern und warum wollt ihr mir eine 48 für eine 50 vormachen, zählt ihr da den Rahmen mit, oder was ?

Und nun hab ich eben den 48 Zöller, schwarz mit gelbem Rahmen, per WLAN kann der Hersteller selber direkt auf mein LCD gucken und gucken, was ich gucke. Betrieben wird er mit Atomkraft, sauber und billig, bis mir das Netzteil noch vor der Garantie explodiert und mein Haus dann gleich dazu. Die Garantie wurde auf 2 Tage reduziert, die Handwerker, die mir den reparieren können, haben aber alle Pleite gemacht oder sind gefeuert worden und nun arbeitslos. Die Krankenversicherung für den Ernstfall, wenn das Display nicht mehr will, kann ich mir bald nicht mehr leisten.

Ok, aber das können wir ja alles wieder ins Lot kriegen. "Arbeit durch Wachstum" hat der Hersteller immer wieder skandiert, wir brauchen also Wachstum und ich in mindestens 4 Jahren einen neuen Fernseher ...

In diesem Zusammenhang finde ich "Fernseher" ein ziemlich interessantes Wort ...

Euer KeyJ Phade

Kategorie: Allgemein
28.09.2009 um 10:40 Uhr
 
21. September 2009

Filmkritik "The Last Visit"

Paul Pickering ist als Regisseur von Low-Budget-Science-Fiction nur den wenigstens bekannt. Nach "The Lack" kommt aber sein neuester im Frühjahr 2010 gleich auf Blu-ray, was bei den üppigen Raumschiffscenen, wunderbar in SloMo und per CGI animiert, einfach passt.

Streit zwischen Hank und Keith

Die Zwillinge Hank und Keith (gespielt von J.J. Jackson und Hugh Ewing) haben seit einem Unfall mit 13 Jahren das zweite Gesicht und sehen die Zukunft in zwei verschiedenen Versionen. Der eine als Apokalypse, in der ein Alienbesuch die Erde schlussendlich vernichtet und der andere sieht noch Hoffnung, weil er weiss, dass die Aliens die Menschen für zu unwichtig halten werden, um aktiv zu werden. Intelligent über Rückblenden erzählt der Film das Leben der beiden, der eine, der versucht, noch soviel wie möglich zu erleben und der andere, der versucht, die Welt soweit zu verändern, damit die Menschheit nicht mehr als Bedrohung gesehen werden kann. Dabei spielt Pickering simultan auch zwei Geschichten durch, insbesondere die von Keith, bei dem der Alienbesuch in einer Vielzahl von Möglichkeiten alterniert, mal bemerken die Aliens die Menschen gar nicht, mal versuchen sie die Kommunikation mit Viren und Bakterien aufzubauen, mal wenden Sie sich mit der Bemerkung "Mann, sind die schmuddelig" angewiedert ab und mal ergibt sich nach dem Meeting mit dem Präsidenten ein Saufgelage besonderer Grösse. Sozialkritik, Action und komische Familienstreits mit den Zwillingen kommen bei 222 Minuten Gesamtlänge auch nicht zu kurz.

Die Vielzahl der Entwicklungsstränge schwankt zwischen genial und verwirrent, teilweise auch nachdenklich und bestürzend, trotzdem steuern sie konsequent auf den ultimativen und unvermeidlichen Höhepunkt zu.

An Bild und Ton ist nicht zu kritteln, Qualität ist optimal, die Extras sind aber extrem dürftig, ich hätte gerne wenigstens eine Kommentarspur gehabt. Das 5-minütige "Making Of" liegt nicht in Blu-ray Qualität vor.
Für Fans von "Per Anhalter durch die Galaxis" ist diese englische Variante von typischen Science-Fiction-Elementen ein intelligent-komisches Vergnügen der besonderen Art.


Euer KeyJ Phade

Kategorie: Allgemein
21.09.2009 um 09:23 Uhr
 
18. September 2009




Versprochen
(Kolumne von KeyJ Phade)

Wir leben in Kürzeln. AC3 und MP3, WMV und DIVX, HDMI, SCART. Pseudoworte wie Blu-ray und Full-HD und 1080p. Ich will doch nur Fernsehen, Filme und Video gucken, Musik hören und meine Fotos ansehen (komisch, in dem letzten Satz kamen dann keine Abkürzungen mehr vor). Genau das will ich. Einfach, kompatibel, schnell und aus einer Hand. Und gut aussehen soll es, am besten völlig unsichtbar. Die Frage, ob das machbar ist, ergibt ein klares "Jein". Alles geht noch nicht, aber viel.
Nach etwa 4 Monaten Recherche habe ich viel gelernt, auf jeden Fall aber, dass viele Komponenten aus einfachsten Gründen wegfallen. Ein Windows-Media-Center ? Nein, PCs sind laut und hässlich und Windows bootet immer noch im Schneckentempo, also Apple. Selbst ein Shuttle-PC ist laut und nicht an die Wand montierbar. AppleTV, ein klares Nein, dem Ding kann man nur unter extremen Verenkungen etwas neues beibringen, geschweige, dass man sich Medien von einem NAS-Storage holen darf.

Und das ergab dann folgendes Setup:
Samsung stellt wirklich schöne, weisse Flatscreens her. Sony und Panasonic können das auch. Sony sogar mit Rahmen in 5 Farben und Holzimitat. Wer noch eine Kiste wegsparen will, besorgt sich die jeweilige Variante mit DVB-C Decoder, ordert ein Crypto-Modul und die richtige Decoder-Karte. Dazu ein MacMini in der Normalausstattung, an die Wand montiert im formschönen Plexiglasrahmen (gibts von diversen amerikanischen Herstellern) und irgendein NAS. Der MacMini wird per HDMI-Kabel und das NAS per gbit-Ethernet angeschlossen. Letzteres kann gerne im Keller stehen. Dem Mac wird per Perian, WM-Toolkit und Apple MPEG-2 Addon jedes nur mögliche Format beigebracht und in Quicktime integriert. Und das NAS per Samba automatisch gemounted, dann noch ein par Aliase korrigieren, damit iTunes, iPhoto und FrontRow auch default Ihre Medien finden.
Bei Tastatur und Maus gibt es die grosse Auswahl für jeden Geschmack per Funk. Mit Touchpad, ohne und mit extra Maus und in jeder Farbe, beides braucht man im Regelbetrieb sowieso nicht mehr, zur Verwaltung und Einspielung der Medien nimmt man lieber den echten PC oder Mac am Tisch. Ferngesteuert kommt man an den programmierbaren Fernbedienungen von Logitech nicht vorbei, eine 885 oder 895 reicht, wer Geld hat, legt sich den Ferrari unter den Fernbedienungen, die Harmony 1100 zu (und die gibts leider wieder nur in Schwarz, ein Schelm wer die auseinanderbaut und das Gehaeuse zum Lackierer bringt).
Die exakte Programmierung einer Harmony saugt einem zwar die Zeit weg wie ein schwarzes Loch, lohnt sich trotzdem. Der Sound wird über aktive Lautsprecher gelöst, kein Mediacenter, keine Verstärker, kein Radio, keine HiFi-Anlage, kein DVD-Player, wer hier rastet, der rostet und was rostet, ist Schrott. Also ab damit in den freundlichen Grossrundordner im Hof der örtlichen Abfallentsorgung.

Es verbleiben: Display, MacMini, Lautsprecher und zwischen den Komponenten exakt folgende Kabel: 1x HDMI, 1x Audio zwischen Display und Mini, 1x Audio zum Subwoofer mit Verstaerker, Kabelanschluss/Antenne, Strom fuers Display, Macmini, Subwoofer und die Ladestation der Harmony. 1x ethernet. Und das wars dann auch.

Dann wird das NAS bestückt, mit allen digitalen Fotos per iPhoto, das Handy oder die DigiCam passt formschön zum kurzzeitigen Uberspielen per USB auf den Mini oben drauf. Alle CDs via iTunes eingespielt, alte Kassetten digitalisiert man mit einem PlusDeck, gleiches gibts von ION für Platten. Camcorder gibt es nur noch digital, egal ob die einem ein AVI oder sonstewas liefern, der Mini kanns ja jetzt. Und nach all dieser Arbeit und gut 3 TEUR Investition, hat man sein Wohnzimmer freigeräumt, den Kabelsalat minimiert und formschön ist das auch alles noch. Spart sogar Strom.

And now, lean back and enjoy.
Ich schmeisse eine DVD in den Mini und es spielt automatisch los. Ich wähle "Musik" auf der Harmony, FronRow geht auf und ich scrolle lässig durch die 1000 Alben, nachgekauft wird per Tastatur im iTunes Store. Filme aus dem Netz kommen aus dem FrontRow-Folder "Filme". Familienvideos vom Camcorder auch. Kinotrailer per FrontRow aus dem Netz. Radio entweder aus FrontRow übers Netz oder per Kabelanschluss über den Flatscreen. Dia-Show vom letzten Urlaub gefällig ? Einmal drücken auf der Harmony und FrontRow legt los.

Aber, aber, sag da der eine oder andere, was ist denn mit ...
Z.B. DolbySurround ? Naja, wer Geld hat, verlegt das in den Subwoofer und geht vom Mini ueber Toslink optisch ran. Und macht die Satelitenboxen gleich per Funk. Aber mal ehrlich: oft klingen Musik und ältere Videos/DVDs auf wirklich guten Frontboxen besser als in Dolby-Surround. 20cm Durchmesser im Mitteltöner und Vollholz sind da das Mass.

Und mein Video-Rekorder ?
Quark, eyeTV in den Mac per USB und ne Kabelweiche versteckt und schon schneidet er fleisigst digital aufs NAS.

Und Blu-ray ... tja, alles ist eben noch nicht perfekt ...
Weder gibt es Displays mit Blu-ray, noch wird der MacMini je ein Blu-ray-Laufwerk bekommen, aber die neueste Generation hat ja jetzt auch einen HDMI-Ausgang. Dann denkt mal etwas schräger, und rippt die Blu-ray per PC und packt die als 1080p aufs NAS. Oh, hab ich das jetzt gesagt, ja, scheint so, also schnell noch was offizielles hinterher:

   Only rip discs you own !

Wer das optische Konzept durchbrechen kann, döngelt halt einen normalen Blu-ray-Player ans Display, vielleicht gibt es ja nächstes Jahr schon flache zur Wandmontage UND in schicken Farben.

Was wundert sich die Musik- und Filmbranche da über den Tantiemenschwund durchs Internet, wenn man die gekauften Medien gar nicht in einem wohnzimmertauglichen Setup gucken kann und ohne das mein iRobot Staubsauger sich in den Kabeln verheddert. Ich denke, dass die Filmindustrie fast schon weniger an Raupkopierer verliert, als an den geschwundenen Tantiemen, die einem T-Home oder iTunes im Vergleich zum Verkauf eine DVD oder einer Blu-Ray zahlen, durch Streaming wird die Filmindustrie verlieren, nicht durch Raupkopien. Baut Blu-ray in die Flatscreens oder in einen MacMini und ich kauf mir meine ganze DVD-Sammlung nochmal als Blu-ray. Und den 60" gleich dazu. Versprochen.


Euer KeyJ Phade

P.S.: Apple unterstützt ab MacOS Snow Leopard definitiv H.264 und auch generell Blu-ray (z.B. in der Software Final-Cut). Externe Player und Brenner sind also kein Problem mehr sein. Nur gibt es aktuell noch kein passendes Blu-ray-Laufwerk zum selber tauschen (Juli 2010), ist aber nur noch eine Frage der Zeit

P.S.S.: Wer noch "nur" Leopard hat, sollte sich noch Shutdown_from_frontrow besorgen und FrontRow gleich beim booten starten, macht das Erlebnis nur noch perfekter. Leider laeuft das nicht mit Snow Leopard. Wer aber widerum letzteres hat, sollte sein FronRow mit Sapphire aufpeppen, das holt aus Filmsammlungen auf externen Platten/NAS dann mit Postern und Daten aus IMDB alles raus, was Apple bis jetzt verpennt hat. Klasse ! Dann kann man den Import aller Filme und Serien in iTunes komplett vergessen. Und die Tastatur kann man weglassen, wenn man dem System unter Bluetooth die Suche danach abstellt ;o)

Kategorie: Allgemein
18.09.2009 um 09:17 Uhr
 
17. September 2009



Is ja gruselig ...
(Kolumne von KeyJ Phade)

Nein, heute geht es nicht um Kabelwahn und schlechtes Design, sondern um die für mich immer noch unerreicht beste Schockszene, die ich je im Kino erlebt habe. Es gibt viel ekliges oder Horror auf DVD, es gibt heute im Kino schon einiges an Maske und CGI, was einen lieber weggucken lässt, aber es gibt nur eine Szene, bei der ich erlebt habe, dass gesamt alle 300 Kinobesucher kollektiv zusammengezuckt sind, Popcorn und Cola in rauhen Mengen verschüttet wurde, Frauen sich an ihre Männer klammerten und die Männer an ihre besten Freunde.
In dem nun über 25 Jahre alten "Wolfen" geht es um Wölfe und Indianer, die, nachdem sie durch die Zivilisierung Amerikas aus ihren Jagd- und Lebensgebieten vertrieben wurden, nun in die Städte zurückkehren. Es beginnt mit einem Gemetzel an einem Politiker, der vom genialen Albert Finney aufgeklärt werden soll. Als ihm und seiner Freundin langsam klar wird, dass Wölfe dahinter stecken, flüchten sie sich in eine Wohnung und jeder im Kino ahnt, dass sie dort von den Wölfen angegriffen werden, Sie schleichen vorsichtig durch die Räume, alle halten den Atem an, die Spannung steigt und es passiert ... nichts.

Beide sind also wieder völlig entspannt, im Kino atmen alle beruhigt aus. Sie öffnen die Fenster, gehen entspannt auf den Balkon, gucken herunter, in Erwartung, dass sie vielleicht doch noch einen Wolf auf der Strasse sehen und  ... werden von hinten von Finneys Katze angesprungen.

Und jeder, wirklich jeder im Kino fiel in diesem Moment vom Sessel und wünschte sich einen Herzschrittmacher, um den Kreislauf wieder anzukrubeln ...

Euer KeyJ Phade




Kategorie: Allgemein
17.09.2009 um 08:42 Uhr
 
16. September 2009

Kinderkram
(Kolumne von KeyJ Phade)

Nach all dem gemoser und gemecker, mal was entusiatisches.
Als ich aus gegebenem Anlass mal meine Lieblingsfilme durchging, viel mir was auf. Science Fiction wie "Man from Earth", "Strange Days" oder "PI", intelligentes Drama wie "Gran Torino" oder "Lost Highway", genial komisches rund um alle Monty-Python-Member hatte ich von mir selbst erwartet, aber es kam noch was ... nämlich ... Kinderfilme !

Ja, genau, der klassische Disney-Zeichentrick ist seit 10 Jahren tot und es lebe der intelligente Animationsfilm ala Pixar. Ich liebe diese ganzen Anspielungen, die Filme wie "Madagascar", "Shrek", "Ice Age" oder "Findet Nemo" zu intelligenten Perlen für Erwachsene machen. Story für die Kinder und für die Erwachsenen das Naschwerk. Allein die Zitate, die Einzug ins normale Leben gefunden haben. Man ist nicht dick, sondern nur dick angezogen oder 'plüschig' (danke Manni, danke). Oder der Pelikan bei Nemo, der mit einem beleidigtem 'naaaadanke' davonflattert. Und wer 'walisch' kann, hat sowieso die Nase vorn. Besser ist nur noch 'buckelwalisch'.

Geniale Mini-Gags wie als Dorie Nemos Papa berichtet, dass alle in Ihrer Familie unter einem schlechten Kurzeitgedächtnis leiden, dann mit Flosse an der Lippe zur Seite ins nichts starrt und nachdenklich 'wo sind die eigentlich alle' murmelt. Kennt einer bessere Situationskomik ? Shreks 'Zuckerwatte', der Agenten-Vogel in "König der Wellen" oder wenn King Julien einen auffordert: 'muttu wackeln mit de Hufte'.

Ich denke an die Macher dieser Filme, und stelle sie mir wie IT-Techniker mit einem Hang zur Hippiezeit vor, pizzafutternd und mit merkwürdigen Ersatzdrogen hantierend, den ganzen Tag eingesperrt in einem Würfel-Office bei Pixar und Konsorten, strangen T-Shirts mit Aufdrucktexten, die man erst 3 Jahre später versteht. So würden die Kreativen auch wirklich zu dem von Ihnen geschaffenem Chicken Joe passen. Peace Bruder, 'guck mal, die Wolken sehen aus wie kleine Kätzchen, uuuppps'.
Wer denkt sich bloss so ein Monster wie Bob aus ?
Oder Ednas Vortrag über Capes in "Die Unglaublichen" ?
Wall-E's Fundstücke im menschlichen Müll ...
Die Elche in "Bärenbrüder" ...

Allein die Erzählweise bei "König der Wellen" in Form einer Fernsehreportage mit schwarz-weiss-Flashbacks wurde selbst im europäischen Film kaum besser umgesetzt. Für Wall-E braucht man nicht mal Tonfilm. Die Zusatzstories zu Scratch und Baby Jack-Jack lassen einen das Wort "Extras" doch völlig neu verstehen. Und absolut perfekte deutsche Synchronsprecher, wie Anke Engelke, Otto und Stefan Gossler setzen dem puren Vergnügen noch die Krone auf.

Den Hut ab, tief verbeugt und gemeinsam auf "Oben" warten ...


Euer KeyJ Phade

Kategorie: Allgemein
16.09.2009 um 09:45 Uhr
 
15. September 2009
Chapeau !
(Kolumne von KeyJ Phade)

Patrick Swayze ist heute nach langem Kampf gegen Krebs gestorben. Ein Mann ohne grosse Skandale, 33 Jahre mit der gleichen Frau und umweltpolitisch engagiert, das gibt  es selten in Hollywood. In "Gefährliche Brandung" war er wunderbar agil und spontan und zusammen mit dem noch jungen Keanu Reeves gelang ein recht spannendes Action-Spektakel ohne grosse Explosionen, Autocrashs und mehrwürdig sinnloses Geballer. Erfrischend gut und mit einer faszinierenden Leidenschaft für Wellen und Meer. "Ghost" war eher was für die ganze Familie mit kleinen Kindern und für die Zielgruppe ok,  aber "Dirty Dancing" ? Vorneweg: ich bin froh, dass es Schauspieler wie Patrick gibt und gab, aber "Dirty Dancing" ?

Letztens kam meine Frau nach Hause und war so aufgeregt, wie das nur Mario Barth gut nachmachen kann und hibbelte sich aus Jacke und sonstig Unbequemem, hüfte aufgeregt aus den Pömps, schleudert Handtasche, Schlüssel und Schmuck in drei verschiedene Ecken, schnappte sich ne Pulle Prosecco und rief nur was von "... geht gleich los, hat mir Moni gesagt".
Ich wusste, dass dieser Abend gestorben war, es musste "Dirty Dancing" im Fernsehen kommen (meine Frau guckt NIE was auf DVD, weil Sie die Werbepausen braucht ;o).
Sie also ab ins Schlafzimmer, Tür verrammelt, Handy zum Anrufen der Freundin griffbereit. Und ich hörte noch leise ihr "... time of my liiife ...".

Und dann ? Ich checke kurz das Fersehprogramm und weit und breit kein "Dirty Dancing". Puh, entspannt zurück gelehnt, denn manchmal werde ich dann doch gezungen, dass mitzugucken. Bei so viel Schnulz und Heul, so sehr vorhersehbarer Story und dann noch diese banale Musik, diese langweiligen Sets, die Haarschnitte, die einem nach dem Eimer schnappen lassen, dieser Kitsch und Sülz, der aus Lautsprechern und Display trieft, lässt mir hier allein beim Schreiben schon die Gänsehaut kommen.
Es gibt kaum was grausameres für mich.
Doch gibt es: "Pretty Woman".
Und das lief dann auch, die Freundin hatte sich vertan, für Frauen sind die beiden Filme eigentlich das Gleiche und mir brachte das dann doch noch zwei Stunden Qual ein ...

Bis das nächte Mal "Titanic" läuft.


R.I.P und mucho respect.


Euer KeyJ Phade

Kategorie: Allgemein
15.09.2009 um 13:11 Uhr
 
 

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