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John Woo

"John Woo's" Reviews - #29 - gesammelte Netflix-Werke

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03. Februar 2018

 

 

"John Woo's" Reviews - #29 - gesammelte Netflix-Werke

 

Im heutigen Blog finden sich ein paar der Netflixfilme, die ich mir so in letzter Zeit angesehen habe:

 

Bright ( David Ayer / 2017 )

http://www.joblo.com/posters/images/full/Bright-poster-1.jpg

 

Für Netflix' bisher teuersten, selbst produzierten Film Bright arbeiteten Regisseur David Ayer und Hauptdarsteller Will Smith nach Suicide Squad direkt erneut zusammen.

Assoziationen mit dem 1988er Alien Nation mit u.a. James Caan kommen schon beim sichten des Trailers von Bright nicht von ungefähr. Zumindest sind einige Ähnlichkeiten hier nicht von der Hand zu weisen.

Bright ist im Grunde ein Buddy-Copfilm, angesiedelt in einem wilden Genremix aus Fantasy, Action und Sci-Fi und wirft den Zuschauer in ein fiktives L.A., in welchem Menschen, Orks und Elfen gemeinsamer Co-Existenz leben. Viel über den Hintergund, warum dies so ist, erfährt man nicht, nur dass es vor rund 2000 Jahren ein "Ereignis" gab, welches diese Welt vermutlich so verändert hat.

Anleihen an Bad Boys kommen einem unweigerlich in den Sinn. Durch ein R-Rating darf Will Smith auch hier eine derbere Sprache zu Tage tragen und für guten Wortwitz sorgen. Dementsrepchend fällt auch die Action, bzw. Kills etc. etwas brutaler aus, so dass man auch mal Einschüsse und Blut zu sehen bekommt.

Im Prinzip könnte man hier auch von einer Art Bad Boys gepaart mit Fantasyelementen sprechen, nur ist hier nicht Martin Lawrence aka Marcus Burnett an Daryl Ward's ( wie Smith's Figur hier heißt ) Seite sondern ein Ork namens Nick Jacoby, gespielt von Joel Edgerton.

Dieser ist der erste seiner Art, der als Polizist arbeitet, eine Art soziales Experiment wenn man so will, wie man erfährt. Orks gehören sonst eher zur sozialen Unterschicht und leben in Ghettos, sind für eine hohe Verbrechensrate verantwortlich und und und. Elfen dagegen sind zumeist in der reichen Bevölkerungsschicht anzutreffen und bekleiden auch in den Regierungen hohe Ämter und Positionen.

Jacoby bekommt also auch in den eigenen Reihen viel Gegenwind und auch Daryl ist nicht wirklich begeistert von seinem neuen Partner, doch die beiden müssen sich zusammenraufen, als eine neue Bedrohung auf den Plan tritt.

Bekannte Themen wie Korruption und besonders Rassenkonflikte werden hier aufgegriffen und behandelt. Besonders für die Rassenthematik ist das Szenario natürlich prädestiniert.

Das R-Rating fällt schon anfangs positiv auf und sorgt für gute Action. Letztere ist, was zumindest die Shootouts angeht, trotz des Settings, typisch Ayer sehr realistisch gehalten.

Hinzukommen einige Nahkampfeinlagen, die besonders in der Clubszene positiv auffallen.

Die vietnamesische Martial Arts Actiondarstellerin Ngo Than Van kann hier in einer kleinen Nebenrolle an der Seite von Antagonistin Noomi Rapace ein wenig ihrer Skills präsentieren.

Von der Atmosphäre her geht es ernster zur Sache als man vielleicht vermuten würde. Smith's Figur ist trotz des einen oder anderen lustigen Spruches zwischendurch, doch relativ ernst und düster angelegt. Ein Mensch mit greifbar ernsten Problemenm, der manchmal Entscheidungen trifft, die er gar nicht treffen will aber dies vielleicht zugunsten seiner Familie tun muss usw. Edgerton ist sozusagen der ruhige Counterpart der beiden und eine durchaus symathische Figur. Noomi Rapace auf Gegnerseite mit einer soliden Vorstellung, die allerdings nicht groß im Gedächtnis bleibt.

Bright ist ein unterhaltsamer, wenn auch recht ungewöhnlicher Film mit Luft nach oben. Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung, die ich zwar nicht unbedingt bräuchte aber es ließen sich durchaus noch einige weitere Sachen in diesem Universum erzählen.

7 / 10

 

First they killed my Father ( Angelina Jolie / 2017 )

https://www.justwatch.com/images/poster/20426880/s592

 

 

Angelina Jolie widmet sich in ihrer Regiearbeit "First the killed my Father" der Geschichte der roten Khmer, welche Kambodscha zwischen 1975 und 1979 beherrschten.

Der Film basiert auf der gleichnamigen Autobiographie von Loung Ung, die die Schrecken hautnah miterleben musste, als sie und ihre Familie, wie die restliche Bevölkerung von einem auf den anderen Moment ihr bisheriges Leben komplett hinter sich lassen mussten, weil die roten Khmer nach dem im Nachbarland Vietnam tobenden Krieg und dessen Auswirkungen die Macht an sich rissen. Kompromisslos wurde jeglicher Ansatz von Widerstand niedergeschlagen und die Menschen gezwungen, sich jeglicher Besitztümer zu entledigen und wie einfache Bauern zu leben, dem neuen Staat zu dienen, ganz gleich welches Leben sie vorher führten oder was für einen Beruf sie ausübten. Das alte Kambodscha war von nun an Vergangenheit.

Das ganze Szenario erlebt der Zuschauer hier aus der Sicht der kleinen Loung Ung mit und ist auch ebenso im Dunklen, was da vor sich geht. Nach kurzem Einspann geht der Film los und man erlebt einen scheinbar unbeschwerten Alltag in Phnom Penh, als plötzlich Truppen der roten Khmer auftauchen und alle Bewohner hastig anfangen, das nötigste einzupacken und los zu ziehen. So auch Loung Ung mit ihren Eltern und Geschwistern. Der Vater hat für die gestürzte Regierung gearbeitet, was geheim bleiben muss, da er sonst in großer Gefahr wäre.

So wird er beispielsweise auf der Reise von einem der Soldaten unverblümt auf französisch angesprochen, tut aber natürlich so als würde er nichts verstehen - Gott weiß, was ihm sonst passiert wäre. Später landet die Familie im Arbeitslager und muss Landarbeit verrichten, wie Reis anpflanzen, ernten usw. Die Kleinen werden bereits schonungslos zu Soldaten ausgebildet. Dann kommt plötzlich der Tag, an dem Loung ihren Vater zum letzten Mal sieht und sie als auch der Zuschauer verstehen die Welt nicht mehr.

Der ganze Film basiert, wie man vielleicht schon herauslesen kann, mehr auf Gefühlen und Empfindungen, was hier gut rübergebracht wird und an der Stelle muss ich die kleine Sareum Srey Moch in der Rolle der Loung Ung loben, denn sie spielt hervorragend. Man fühlt als Zuschauer schnell mit ihr mit.

Der Film zeigt teils atemberaubend schöne Naturaufnahmen, die in Kontrast mit der grausamen Geschichte stehen, die eigentlich gerade von statten geht.

Die Anhänger und Soldaten der roten Khmer werden eiskalt portraitiert. Wie willenlose Roboter und angsteinflößend. Diese Darstellung erscheint nur allzu realistisch wenn man bedenkt, dass unter ihrer gut 4 jährigen Herrschaft rund 2 Millionen Kambodschaner brutal hingerichtet wurden, die nur einen Ansatz von Widerstand oder anderer Meinung offenbarten.

Zum Ende hin, als Vietnamesische Truppen einmarschieren, werden einige ungeschönte Gefechte gezeigt und hier nochmal sehr stark der Moment, als Loung auf der Flucht vor den durch die Luft pfeifenden Projektilen in einen angrenzenden Wald rennt und mittendrin stehen bleibt und ausharrt, als sie realisiert, dass sie sich miten in einem Mienenfeld befindet. Dies wird nur allzu deutlich durch andere Fliehende um sie herum gezeigt, die weniger Glück haben. Solche und einige andere Bilder sind es, die eine starke Wirkung entfalten und den Film neben dem hervorragenden Schauspiel auf ein insgesamt gutes Level heben, denn letztlich fehlte es mir etwas an spürbarer Dramatik, an etwas mehr Greifbarem, weil die Story, wie gesagt über den Großteil des Films meist durch reine Empfindungen und Gefühlswelten transportiert wird, wodurch sich der Film oft ein wenig zu sehr in seinen Bildern verliert. Der Ansatz, den Zuschauer dieses Ungewisse, ebenso wie die kleine Protagonistin Loung Ung erleben und auf sich zu kommen zu lassen ist wie gesagt interessant gewählt - hätte mir in etwas ausgewogener Mischung jedoch besser gefallen.

Insgesamt ist "First they killed my Father" daher nicht ganz von der Kraft und Wucht, wie ich es erwartet habe, aber er schafft es auf gute 7 / 10 Punkten.

 

 

Wheelman ( Jeremy Rush / 2017 )

http://cima4u.tv/wp-content/uploads/00-533.jpg

 

Beim Titel des, mit rund 82 Minuten angenehm kurzen Netflix-Thrillers "Wheelman" musste ich gleich an das Videospiel mit Vin Diesel denken, welches auch lange Zeit eine Filmadaption mit selbigem in der Hauptrolle erhalten sollte. Mit dem actiongeladenen Spiel hat der Film allerdings nichts zu tun und lediglich den Titel gemeinsam.

Frank Grillo produzierte gemeinsam mit Joe Carnahan und ist auch in der Hauptrolle zu sehen.

Der Film ist einfach gehalten und zieht seine Stärke aus einem durchgehend anhaltenden Spannungsbogen, einem sehr guten Hauptdarsteller und natürlich der Tatsache, dass sich alles zu gut 95 % im Auto abspielt. Ein Konzept, welches hier ganz gut aufgeht, denn der Zuschauer wird quasi im wahrsten Sinne zum Beifahrer. Die Kamera ist meist im Wageninneren oder aus dem Auto heraus, einige Aufnahmen finden am Wagenäußeren statt und nur vereinzelte Szenen ( wie beim Wagenwechsel ) sind ganz außerhalb.

Viel weiß man anfangs nicht. Erst nach und nach erfährt man, dass der Protagonist bzw. "Wheelman" ( Frank Grillo ) seit einem Jahr aus dem Knast ist und Schulden hat. Dass er ein guter Fahrer ist, zeigt sich früh.

Der Film baut von Anfang an eine gute Spannung auf, er holt den Wagen ab, vergewissert sich beim Mechaniker noch, ob alles wie besprochen eingebaut wurde. Dann begibt er sich auch schon auf den Weg zu seinem Ziel, holt unterwegs noch zwei weitere Typen ab. Es handelt sich um einen Bankraub. Grillo fährt den Fluchtwagen. So weit so gut, doch dann bekommt er einen Anruf, der den scheinbar einfachen Job komplett auf den Kopf stellt.

Ein unbekannter Anrufer fordert ihn auf, die Pläne zu ändern und seine beiden Partner vor Ort zurückzulassen, nachdem sie die Beute in den Wagen geladen haben. Nach mehreren Versuchen erreicht er seinen eigentlichen Partner, der ihm den Job verschafft hat, trotzdem nicht und letztlich ist er gezwungen, den Anweisungen Folge zu leisten. Ein scheinbar einfacher Job wird zum Kampf ums eigene Überleben.

So einfach die Story im Prinzip ist, so interessant ist sie gestaltet.

Der Zuschauer bekommt hier nur den für die Geschichte nötigen Auszug und hat ansonsten nichts weiter an Informationen.

Man weiß nicht, was es mit den Planänderungen auf sich hat und genauso will man auch mehr über die eigentliche Hauptfigur erfahren, die anfangs genauso ein Mysterium für den Zuschauer darstellt, wie der unbekannte Anrufer für ihn, der für den Informationsfluß verantwortlich ist., denn lediglich über die Anrufe erfährt man häppchenweise, was eigentlich läuft. Das Handy ist sozusagen der Schlüssel für ihn als auch den Zuschauer, mehr zu erfahren und Licht ins Dunkel zu bringen.

Ausufernde Verfolgungsjagden oder Actionorgien sollte man nicht erwarten. Zum Schluss gibt es jedoch eine nette Verfolgungsjagd, bei der auch ein wenig geballert wird. Im Prinzip gibt es aber er kaum Action. Viel mehr geht es um die Spannung und die Entwicklung der Story, die wie gesagt simpel ist, hier aber in diesem Szenario, dass sich nur aufs Wesentliche konzentriert und nicht mit großartigen Hintergründen aufhält, gut funktioniert.

Ganz ordentliche Thrillerkost für Zwischendurch und eine gute One Man Show von Frank Grillo.

7 / 10

 

Sand Castle ( Fernando Coimra / 2017 )

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/

 

Technisch präsentiert sich Fernando Coimbra's US-Featurefilm-Regiedebüt sehr gut. Sets und Locations wirken authentisch, die Optik hochwertig. Woran es allerdings gewaltig hapert, ist die leider schwache Umsetzung der Story. Spannungsarm trifft es wohl am besten, denn die meiste Zeit dümpelt alles einfach nur vor sich hin ohne das etwas nennenswertes passiert. Man verliert sich zu sehr in belanglosen Szenen, welche dann auch noch viel zu lang gezogen werden. Wahrscheinlich um Atmosphäre zu erzeugen, was in meinen Augen misslingt, denn in solchen Momenten ist es eigentlich an der Hauptfigur, schauspielerisch zu glänzen aber Nicholas Hoult als Hauptdarsteller kommt nicht über ein solides Maß heraus und kann die entsprechenden Szenen nie wirklich tragen, so dass man als Zuschauer evtl. mitfühlen, gar mitleiden könnte. Teils wirkt sein Spiel sogar etwas lustlos.

Henry Cavill in seiner eher kleineren Nebenrolle kommt da wesentlich besser rüber, auch wenn ihm nicht wirklich was abverlangt wird.

Hier und dort gibt es mal eine kleine Schießerei, solide inszeniert, allerdings kann dies den Film auch nicht mehr aufwerten oder gar retten, so dass man wenigstens sagen könnte: "schwache Story aber klasse Action und aufgrund dessen interessant". Feuergefechte sind sehr rar und auch ziemlich kurz, lediglich zum Ende hin gibt es eine recht gelungene und interessante Actionszene.

Zusammenfassend ist Sand Castle anfangs noch recht interessant aber dieses Gefühl verpufft schnell in der Belanglosigkeit und der Rest des Films wirkt wie eine Aneinanderreihung unbedeutender Szenen.

Dies haben andere Filme vorher wesentlich besser und interessanter hinbekommen.

3,5 / 10

 

 

 

Gruß

"John Woo"

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