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BluLife Blog von Charlys Tante

Charlys Tante

Inferno

Aufrufe: 114
Kommentare: 4
Danke: 6
17. März 2017
Inferno ist ein weitere Verfilmung eines Buches  von Dan Brown.
 
Mit Da Vinci Code hatte alles angefangen, der Film war ganz großes Kino, es folgte Illuminati  der auch noch großes Kino war. Jetzt folgte Inferno,  kann dieser Film in die Fußstapfen seiner Vorgänger treten. Zunächst hatte man eigentlich die Verfilmung von - Das verlorene Symbol- angedacht.
Ron Howard wollte den Stoff nicht verfilmen, da er zu verquast mystisch sei, sagte er wohl irgendwann einmal. Man versuchte sich trotzdem an einem Drehbuch, jedoch stellet man dann fest, das es irgendwie zu viel Ähnlichkeit mit -Das Geheimnis der Tempelritter - haben sollte. Dann kam 2013 Inferno in die Buchhandlungen und man stürzte sich darauf um die Reihe fortzuführen.
Eigentlich sind die Bücher von Dan Brown generell  nur schwer zu verfilmen, da sie komplex aufgebaut und einen Handlungsrahmen immer in ein sehr enges Zeitkorsett stecken. Was habe ich geflucht über Illuminati als ich das Buch gelesen habe. Man trat Seitenweise auf der Stelle, dennoch war es extrem spannend und so hatte ich damals teilweise auch so mein Problem mit dem Film, der sich auch aus dramartugischen Gründen vom Buch entfernen musste.
In einem Buch kann man das gut auffangen. Hier kann man durchaus episch erzählerisch einen Wimpernschlag darstellen. In einem Film, der sowohl den Anspruch eines Thrillers als auch eines Action Films an sich selbst hat, bleibt immer etwas auf der Strecke. So auch hier.
 
Wer ist eigentlich dieser Dan Brown:

Geboren am 22. Juni 1964 in Exeter, New Hampshire, Sohn eines Mathematikprofessors und einer Kirchenmusikerin. Die Weichen sind hier also schon im Wesentlichen gestellt. Früh zeigt er reges Interesse an der Mystik von Symbolen, Zeichen und Rätseln. Die Eltern schicken die Kinder zu Weihnachten mit einem Gedicht im Haus  immer auf eine Schnitzeljagd. Hierbei mussten sie die gefundenen Buchstaben zu einem Wort und damit dem Geschenk zusammensetzten. Die Prägung setzt also schon früh ein. Er studiert kurz Kunstgeschichte in Spanien. Dort beschäftigt er sich zum ersten mal mit Leonardo Da Vincis -Abendmahl-, was daraus folgte weis jeder. Sakrileg ist  der erste Megaseller von Dan Brown nach Diabolus, der eher zäh anlief und erst spät als Buch auf den Markt kam. Zunächst hat er gar keine Schriftsteller Karriere als Ziel vor Augen, sondern träumt von Film und Hollywood, dort möchte er Karriere machen. Jedoch hat er keine Chance für eine solche Karriere und so macht er sich mit seiner Frau wieder auf den Weg zurück nach Hampshire und wird dort Lehrer. Ein Urlaub in Tahiti ist dann der Auslöser für eine große Schriftsteller Karriere. Dort findet er im Sand ein Buch von Sidney Sheldon-Die letzte Verschwörung. Das Buch hat er förmlich verschlungen und gedacht. Das kannst Du auch. Dan Brown der Schriftsteller war hiermit geboren.  Mit seinen Bücher fand er zudem noch den Weg nach Hollywood.

Es war schon vor dem Kinostart bekannt, dass der Film sich nicht genau an das Buch halten würde und auch nicht halten kann, daher war es für mich interessant den Film bei der Zweitsichtung auch einmal unter diesem Aspekt zu sehen. Obwohl ich eigentlich keinen Vergleich eines Buches mit einem Film machen möchte, ist es interessant dennoch danach einmal darüber zu diskutieren. Anschliessend war mir einiges klarer und da ich den Film bereits im Kino gesehen habe, konnte ich mich während des Filmes auf die Feinheiten der Mimik und den dramaturgischen Handlungsrahmen besser konzentrieren. Ich musste mich also nicht mehr am Rätselraten beteiligen,  welches hier sowieso nicht so sehr im Vordergrund steht. Ein durchaus komplex geschriebenes Buch so zu verfilmen, das es spannend wie das Buch ist, ist natürlich ganz besonders schwierig. Wir kennen nun seit Da Vinci Code und Illuminati, wo man auch schon vom Buch wegdrifftete, die Herangehensweise. Kennt man jedoch das Buch, versteht man, das es nicht sinnvoll war, sich genau an dem Buch zu orientieren. Das ist selbst Dan Brown klar gewesen. Denn so wäre es  eigentlich kommerziell unverfilmbar gewesen. Man nimmt nicht 77 Mio US. Dollar in die Hand um einen reinen Genrefilm zu produzieren. Bei einem solchen Invest braucht man das große Publikum. Man nimmt also den grundlegenden Handlungsrahmen, baut ein paar Figuren neu mit ein, die zudem auch noch undurchschaubar sind, verpasst dem Film ein anderes Ende, entwickelt daraus eine spannende Thrillerstory mit doppelter Verfolgungsjagd und  einem sich dramaturgisch zuspitzenden Finale und erhält damit einen soliden Film. Mehr aber auch leider nicht.
Das wir uns hier nicht falsch verstehen, Inferno ist für sich allein genommen gutes intelligentes Blockbuster Kino mit  einigen Twists und einem gewissen Grad an "Geschichtsunterricht", was kann daran eigentlich falsch sein.
 
Jedoch ist es zugleich auch sein Problem. Kennt man die beiden ersten Filme so macht sich so etwas wie Gewöhnung beim Zuschauer breit. Die Grundstruktur der Filme sind weitestgehend gleich. Hierdurch beraubt man dem Film seiner Einzigartigkeit . Das kann durchaus bei einigen Zuschauern kontraproduktiv sein und führt dann zur Ermüdung. Zudem kommt das Rätselraten  zu kurz, da man aus dramaturgischen Gründen eine  Nebenstory einbaut, die Abdrifft vom Buch halte ich nach dem ich weiß wie das Buch aufgebaut ist durchaus für eine weise Entscheidung.  Der Zuschauer braucht in einem solchen Film ein klassisches hochdramatisches Finale, obwohl es für mich etwas holprig inszeniert wurde, als wollte man nun doch endlich zum Ende kommen und so 
wird  Inferno zum Ende hin zu seinem eigenen Inferno. Das ist natürlich sehr schade, denn Dan Browns hat in einem Interview zum Film gesagt
"Die große Frage zu Beginn von "Inferno" lautet ja: Wenn du die Menschheit retten kannst, indem du die Hälfte aller Menschen tötest - würdest und könntest du es tun? Es gibt darauf keine klare Antwort, das ist es ja, was mich daran reizt. Überbevölkerung ist meiner Meinung nach eine der Hauptursachen vieler unserer Umweltprobleme: Kein Trinkwasser, nicht genug Nahrung, globale Erwärmung, all das kann auf den enormen Einfluss des Menschen auf unseren Planeten zurückgeführt werden. Viele Wissenschaftler glauben, die Erde könne dauerhaft nicht mehr als vier Milliarden Menschen aushalten, und wir steuern aktuell auf neun Milliarden zu.(Die Weltbevölkerungsuhr zeigt im Moment etwa 7,5 Milliarden; http://countrymeters.info/de/World/usa) Mein Buch handelt von einem Mann, der glaubt, dass dieses Problem nach einer kühnen Lösung verlangt. Er sieht, dass alle sich der Lage bewusst sind, aber keiner etwas unternimmt - und entscheidet, nach seinem Moralempfinden, dass er derjenige sein kann, der alle rettet".
 
Dieser Gesamtaspekt kommt m.E. zu kurz im Film.
 
Ordnet man den Film also ein, so steht an erster Stelle immer noch Da Vinci Code gefolgt von Illuminati und dann kommt leider erst Inferno.
 
Bild:
Das Bild ist in allen Belangen wirklich top und scharf. Es ist sozusagen auf der Höhe der Zeit und liegt auch als 4 K Fassung in den Regalen.
Vielleicht noch etwas zum Filmdesign. Die Dreharbeiten zum Film fanden ausschließlich an den Orten der Buchvorlage in Florenz (Uffizien, Palazzo Vecchio, Boboli- Garten), in Venedig (Canal Grand, Markusdom, Am Dogenpalast, der Seufzerbrücke sowie im Orseolo-Becken), in Padua (Bahnhof), in Budapest (Innenstadt) sowie in Istanbul (vor der Hagia Sophia).
 
Ton:
Der Surroundsound mit dem Score von Hans Zimmer ist was die Tonalität betrifft ebenfalls sehr gut. Satte auf den Punkt ausgelegte Subbässe durchwandern in einigen Szenen den Raum. Insoweit wird hier eigentlich das volle Programm geboten und man kann diesen Surroundsound wirklich voll geniesen, wenn man nicht so wie ich ein Hans Zimmer Fan ist. Nur kann dieses mal der geniale Filmscore Lieferant nicht das liefern was ich erwartet habe. Der Filmscore wirkt abgesehen vom Themenlied etwas uninspiriert,er bildet nicht die sonst bekannte Einheit mit dem Film. Hans hat es als experimentell bezeichnet und unterstützt den Film nicht in dem Maße wie ich es erwartet hatte. Als absoluter Hans Zimmer Fan, war ich da im Kino schon etwas enttäuscht und habe mir bisher auch noch nicht den Soundtrack gekauft.
 
Ansichtssache:
Film: 3,5 von 5 ( da der Film etwas zu hastig ist)
Bild: 4,5 von 5 ( Tadellos)
Ton: 3,8 von 5 ( der Filmscore ist leider kein echter Hans Zimmer Sound)
 
Fazit:
Inferno hat das Problem, das er der dritte Film einer Filmreihe ist, die immer dem gleichen Grundmuster folgt, so wie im Wesentlichen ja auch seine Bücher.
Sieht man Inferno ohne die anderen Filme vorher zu kennen, so folgt man in einer Hatz den Protagonisten auf der Suche nach der Lösung. Obwohl der Film dem immer gleichen Grundmuster folgt, ist er dennoch kurzweilige Unterhaltung mit dem Anschein von Geschichtsunterricht, Ron Howard vermicht Fiktion mit echter Geschichte zu einem Thriller der besonderen Art. Trotz der eher mäßigen Kritiken, spülte der Film bisher 220 Mio US Dollar in die Kassen der Macher, so können wir uns bestimmt noch auf ein weiteres Langdon Abenteuer freuen.
 
In diesem Sinne
Eure
 
 
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