20.01.09 Die Rezession in 2008 hinterließ ihre Spuren auch im US-Home-Entertainment-Markt. Zwar ist die Branche relativ stabil, trotzdem fielen die Verkäufe von DVD und Blu-ray laut einer Analyse um gemäßigte 5,7% auf 21,7 Milliarden US-Dollar. Außerdem gaben die Verbraucher 488 Millionen Dollar für den Erwerb und das Leihen von Filmen über das Internet aus, das ist ein Plus von 73% gegenüber 2007 nach Angaben von Adams Media Research. Video-On-Demand im digitalen Kabelfernsehen ging dagegen laut Filmstudios um 3,5% im Vergleich zum Vorjahr zurück. Unterdessen rutschten die Verkäufe beider Formate um 8,5% auf 14,1 Milliarden Dollar und obwohl der Verkauf von Blu-rays stieg, machte er nur 10% im Vergleich zur DVD aus. Nach Angaben von Sony Pictures Home Entertainment gingen die Umsätze für die neuen Releases im Verglich zu 2007 um 15% zurück.
Die Blu-ray Verkäufe 2008 machten nach Angaben der Filmstudios 750 Millionen Dollar aus, laut Adams Media Research waren es 901 Millionen Dollar, inklusive 270 Millionen Dollar durch das Verleihgeschäft. Die CEOs der Majorstudios bestätigen, dass der allgemeine Rückgang des privaten Konsums der Gravierendste seit dem Start der DVD im Jahr 1997 ist. Warner Home Video Präsident Ron Sanders sagte dazu, trotz der Wirtschaftskrise sei man mit der Platzierung der DVD und der Blu-ray in dieser frühen Phase zufrieden. Die wirtschaftliche Krise habe zwar Auswirkungen auf das Filmgeschäft, für manche Titel mehr, für andere weniger, trotzdem empfinde man 2008 als ein starkes Jahr. Warner's The Dark Knight, der im Dezember veröffentlicht wurde, ist sogar der am besten verkaufte Titel des Studios überhaupt.
„Die digitalen (Web)-Einnahmen haben sich für uns bisher jedes Jahr verdoppelt und dies wird es auch 2009 tun. Ich denke, es ist auf jeden Fall leichter für die Menschen geworden. Breitbandgeschwindigkeiten werden immer größer und die PS3 und die Xbox360 liegen voll im Trend“ meinte dazu der Präsident von Lionsgate, Steve Beeks. Verbraucher haben mehr als 2 Millionen Folgen der Lionsgate Serien Mad Men und Weeds heruntergeladen, bei den Kinofilmen sorgten die Universal-Titel Forgetting Sarah Marshall und Mamma Mia! Für jeweils 100.000 Downloads. Beeks sagte, Lionsgate werde die bisher 450 download- bzw. streambaren Titel in 2009 verdoppeln, insgesamt verfügt das Studio über 10.000 Titel.
Auch wenn das Blu-Ray Geschäft nicht schnell genug wächst, um den Rückgang der DVD Verkäufe zu kompensieren, sind die Studiobosse doch mit der Anziehung, die die Blu-ray auf die Verbraucher hat, zufrieden. 2008 hätten wesentlich mehr Familien die Blu-ray wahrgenommen als vorher, meinte Lori MacPherson, Walt Disney Studios Home Entertainment General Manager für Nordamerika. Auch wenn die gesamte Wirtschaft belastet sei, vor allem die Verbraucher, so sei Heimkino eine wirtschaftliche und bezahlbare Wahl für Familien. Das Studio ist der Ansicht, sein Wall-E war 2008 der drittbeste Blu-ray Film gemessen am Verkauf, hinter Iron Man (Platz 2) und The Dark Knight. Die Studios konnten 2008 aber auch individuelle Siege verbuchen, Paramount hatte die meisten Titel in den Top 10, Iron Man, Kung Fu Panda, Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels und Bee Movie. Sony’s Hancock konnte sich im vierten Quartal ungewöhnlich lange in den Verkaufscharts halten.
Der allgemeine Konsens ist, dass 2009 ein Übergangsjahr wird, in dem die DVD und Blu-ray Verkäufe um einen weiteren einstelligen Prozentwert fallen werden. Die Studiobosse sind aber vorsichtig optimistisch, dass die Branche 2010 wieder wachsen wird. Glaubt man Warner, dann wird die Blu-ray auch 2009 ein starkes Jahr haben und die Verkäufe werden sich zu 2008 auf einen Umsatz von 1,5 bis 2,5 Milliarden Dollar verdoppeln. „Wir erwarten einen globalen Rückgang von 3% bis 6%, aber das hängt davon ab, wie gut die Blu-ray Verkäufe das rückläufige DVD Geschäft abfedern können“ sagte Warner Home Video Präsident Ron Sanders. „Der entscheidende Faktor wird die Konjunktur sein.“ „Wir waren zufrieden mit dem Wachstum von Blu-ray, und wir sind sicher, sie wird auch weiterhin ein Lichtblick für die Industrie sein. Aber es ist keine Frage, die Menschen halten sich in ihrem Konsum in allen Belangen zurück.“ fügte Sony Präsident David Bishop hinzu. (red)