04.01.10 Die Fachsite videobusiness.com stützt sich in einem heutigen Bericht auf Ergebnisse des Marktforschungsunternehmens Adams Media Research zum Konsumverhalten der Amerikaner im vergangenen Jahr in Bezug auf Spielfilme - sei es in physischer oder digitaler Distribution oder im Kino. Die Ausgaben erreichten ein Gesamtvolumen in Höhe von 28,4 Milliarden US-Dollar. 9,87 Mrd. Dollar wurden an den Kinokassen umgesetzt - beinahe ein zweistelliger Zuwachs gegenüber 2008 (+ 9,8%). Die Umsätze mit Blu-ray und DVD-Verkäufen sanken um 13,3% im Vergleich zu 2008 auf 8,73 Mrd Dollar. Der große Verlierer bei genauerer Betrachtung der Zahlen ist das Standard Medium DVD, dessen Umsatzeinbußen auch durch einen dreistelligen prozentualen Zuwachs an Blu-ray Verkäufen nicht kompensiert werden konnte. Damit übersteigt seit Mitte der Neunziger Jahre erstmalig wieder das Kinoeinspielergebnis bei Spielfilmen den Verkaufsumsatz mit physischen Medien. Kalkuliert man sämtliche Umsätze des Vertriebs von TV-Serien, Special Interest-Medien und Video on Demand hinzu, lassen alle Vertriebskanäle aber mit 13 Mrd. US-Dollar Umsatz die Kinoeinnahmen hinter sich.
Auch der Online-Spielfilmverleih scheint immer mehr an Bedeutung zu gewinnen - zu Lasten der stationären Videotheken. Die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten sowie alternativ das bequeme Bestellen von zu Hause scheinen hier die Hauptbeweggründe für die Umsatzverschiebungen zu sein, wenn man sich auf die Ergebnisse der Onlineversender Netflix und Videobuster sowie des Automatenaufstellers Redbox stützt. Video on Demand legte zwar auch prozentual mit 60% Zuwachs stark zu, spielt allerdings mit 111 Millionen US-Dollar Umsatz eine eher untergeordnete Rolle. Der Online-Verkauf von Spielfilmen schlug mit 250 Millionen Dollar schon gewichtiger zu Buche. Summiert wurden in wirtschaftlich angespannten Zeiten dennoch mehr Spielfilme als ein Jahr zuvor konsumiert. Die durch das 3D-Kino beflügelten Umsätze, der Zuwachs bei den Onlineversendern sowie die Blu-ray Verkäufe dürften die Eckpfeiler des insgesamt um 0,1 Mrd. US-Dollar niedrigeren Gesamtergebnisses gegenüber 2008 sein. Auch rezessive Zeiten scheinen damit die Filmbranche in den USA nicht gewaltig ins Wanken bringen zu können.
(mk)