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bluray-disc.de im Interview mit Roger Allers und Rob Minkoff - Regisseure von ''Der König der Löwen''

Am 10.11.2011 erscheint mit ''Der König der Löwen'' der erfolgreichste Zeichentrickfilm auf Blu-ray Disc. Neben der 2D-Version erscheint auch eine 3D-Fassung des Films. Anlässlich des Verkaufsstarts standen uns die beiden Regisseure des Films, Roger Allers und Rob Minkoff, Rede und Antwort und geben einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Welt von Simba und Nala.

Roger Allers(links im Bild) wurde in New York geboren und wuchs im US-Bundesstaat Arizona auf. Zugang zur Animation bekam er, als er im Alter von 5 Jahren zum ersten Mal ''Peter Pan'' sah. 1973 begann er mit seiner Arbeit an animierten Kinder- und Werbefilmen. Zu Disney kam er 1985, wo er neben ''Der König der Löwen'' auch an Filmen wie ''Ein Königreich für ein Lama'' oder ''Lilo & Stitch'' gearbeitet hat.

 

Rob Minkoff ist einer der wenigen Regisseure, die sowohl animierte Filme als auch Realfilme gedreht haben. Seine Arbeit bei Disney begann mit den beiden Kurzfilmen ''Tummy Trouble'' und ''Roller Coaster Rabbit''. Mit seinen beiden Filmen ''Stuart Little'' und ''Stuart Little 2'' sorgte er maßgeblich dafür, dass die Kombination aus Animation und Realfilm weitere Verbreitung fand.

Hätten Sie sich je träumen lassen, dass ''Der König der Löwen'' ein solcher Erfolg wird?

Rob Minkoff: Als wir mit dem Film angefangen haben, waren wir Vierter in der Reihe der modernen Disney-Klassiker. Zuerst kam ''Arielle die Meerjungfrau'', dann ''Die Schöne und das Biest'' und schließlich ''Aladdin''. Sich dort einzureihen war wirklich schwer. Wir haben eigentlich nur gehofft, dass wir damit verglichen werden und die Disney-Fans nicht enttäuschen, da ihre Ansprüche mit jedem Film wuchsen. Als wir ''Der ewige Kreis'' beendet hatten und den Trailer gezeigt haben wussten wir, dass wir hier etwas Besonderes geschafft haben. Aber wir waren noch nicht ganz sicher und deshalb haben wir weiter hart gearbeitet, um einen guten Film abzuliefern.

Denken Sie, dass 3D dem Film etwas bringt oder ist es einfach gerade Mode?

Roger Allers: Ganz bestimmt. Ich denke, dass es dem Film eine tiefere Erfahrung bringt. Es ist lustig gewesen zu sehen, wie ''3-dimensional'' wir gedacht haben, als wir in 2D gearbeitet haben.

 

Rob Minkoff: Ich muss gestehen, ich bin ein Fan von 3D wenn es richtig gemacht wird. ''Avatar'' war beeindruckend. Es gab aber auch einige 3D-Filme, die ihr Potenzial nicht voll ausgeschöpft haben. Ich denke aber, ''Der König der Löwen'' wird es tun. Es bringt eine Dimension in die Welt der Figuren, die den Film zu einer umfassenderen Erfahrung macht. Das macht die 2D-Version natürlich nicht schlechter. ''Der König der Löwen 3D'' war meiner Ansicht nach ein lohnenswertes Unterfangen.

Wie stark waren Sie in die 3D-Umsetzung von ''Der König der Löwen'' eingebunden?

Rob Minkoff: Don Hahn, Roger und ich trafen uns mit Robert Neumann und seinem Team, um mit ihnen die Umwandlung zu beginnen. Wir haben uns den 2D-Film angesehen und uns Gedanken gemacht, was wir gern in der 3D-Version sehen würden und was nicht. Danach haben wir uns regelmäßig getroffen, um den Fortschritt zu überprüfen.

 

Roger Allers: Rob Minkoff, ich und Don Hahn haben die 2D-Version angesehen, um die Szenen auszuwählen, die hinsichtlich des Erzählens der Geschichte und ihrem emotionalen Inhalt besonders von der 3D-Umwandlung profitieren würden. Während des Prozesses haben wir uns jede Szene im Anschluss an ihre Fertigstellung angesehen, um Robert Neuman, der zusammen mit seinem Team für die 3D-Umwandlung zuständig war, Informationen zu geben. Ich habe außerdem die Farbkorrektur der finalen Version überwacht.

Was macht Ihrer Meinung nach ''Der König der Löwen'' zu einem Klassiker?

Rob Minkoff: Ich denke, es ist eine Kombination der bekannten Erwachsenwerden-Geschichte zusammen mit einem unglaublichen Soundtrack von Elton John, einem der ideenreichsten und erfolgreichsten Komponisten. Hinzu kommt das gesamte Design des Films und Aussehen der Charaktere, die ''Der König der Löwen'' anfühlen lassen wie einen traditionellen Disney-Film.

Roger Allers: Es ist die Ausgewogenheit von Humor und Drama und die Stimmigkeit der Themen Leben, Tod, Verlust, Führungsverantwortung und das Finden des Platzes im eigenen Leben.

Welche ist Ihre Lieblings-3D-Szene?

Rob Minkoff: Für mich sieht ''Der ewige Kreis'' toll aus. Es ist außerdem eine wunderbare Möglichkeit, den Film zu beginnen. Es war schon immer eine tolle und einschlagende Szene, aber jetzt sticht sie richtig hervor.

 
Was ist Ihrer Meinung nach die Zukunft von Animationsfilmen?

Rob Minkoff: Als ich damals in den frühen 80er Jahren anfing schien es so, dass Animation ein Auslaufmodell war. Heute aber werden mehr animierte Filme, TV-Sendungen, Werbungen und andere Sachen produziert. Ich bin also sehr optimistisch für Animation. Ich denke, am Ende werden immer mehr Filme mit den verschiedensten Inhalten gemacht, um mehr Leute verschiedenen Alters zu erreichen. Animation wird heute genauso respektiert wie andere Möglichkeiten, um einen Film zu drehen.

Roger Allers: Ich denke hinsichtlich Technik und Handlung wird es in Zukunft offener zugehen. Die Linie zwischen animiert und real ist inzwischen so verwischt. Es könnte sein, dass die Grenze ganz verschwindet.

Waren Sie eigentlich überrascht, dass die handgezeichnete Animation in 3D so gut wirkt?

Rob Minkoff: Ich habe ein paar Versuche gesehen, wo man traditionelle Animation in 3D gerendert hat und habe das Potential erkannt. Aber ich denke, Robert Neuman und sein Team haben meine Erwartungen übertroffen und ein wirklich fesselndes Ergebnis geschaffen.

Was ziehen Sie vor? Klassisches 2D oder Computeranimation?

Rob Minkoff: Ich denke, dass sich Computeranimation in den letzten Jahren enorm entwickelt hat und nun aus qualitativer Sicht der traditionellen handgezeichneten Animation ebenbürtig ist. Abgesehen davon kann nichts das Aussehen und Feeling von menschlichen Zeichnungen ersetzen. Ich denke daher, in der Welt ist Platz für beide Arten, jede mit ihren Stärken und Schwächen.

 
Wurde beim Transfer für 3D und Blu-ray Disc etwas verbessert?

Roger Allers: Neben dem offensichtlichen Mehr an Tiefe und der Dimension ist das Bild sehr klar und auch die Farben sind kräftiger als jemals zuvor.

Welche Idee erweckte den Film damals eigentlich zum Leben?

Roger Allers: Wir wollten einen Tierfilm machen, der in seiner natürlichen Umgebung spielt. Die Geschichte sollte sich um das Übernehmen von Verantwortung beim Erwachsenwerden drehen.

Rob Minkoff: Ursprünglich war es als Bambi in Afrika angedacht. Mehr lebensechte Abenteuer als frei erfundene Geschichten. Aber als Roger und ich zusammen arbeiteten, haben wir ihn mit etwas mehr spirituellen Elementen durchzogen, die den Film letztendlich kennzeichnen.

Gab es jemals Befürchtungen, dass der Film zu gruselig sein könnte?

Rob Minkoff: Wir haben die ganze Zeit versucht und dafür gesorgt, mit komischen Sachen die Stimmung nach Mufasas Tod wieder aufzuheitern. Timon und Pumbaa kommen genau zur rechten Zeit, um dem Film zu einem tollen Ganzen zu machen.

 
Was ist eigentlich der Schlüssel dazu, einen so legendären Film wie ''Der König der Löwen'' zu drehen?

Roger Allers: In puncto Geschichte ist es wichtig, dass man sich nicht von der Erfahrung und den Gefühlen, die der Hauptcharakter macht und erfährt, abbringen lässt. Trotz der vielen kleinen Geschichten darf nicht von der Sicht der Figur auf die Sache abgelenkt werden.

Roger, Sie haben mit Rob Minkoff zusammen an dem Film gearbeitet. Wie haben Sie die Arbeit aufgeteilt?

Roger Allers: Ich habe mir das beste ausgesucht und habe Rob den Rest gegeben. Das war natürlich nur Spaß. Wir haben den Film Szene für Szene aufgeteilt und dabei darauf geachtet, dass jeder von uns Szenen hat, die uns ansprechen. Wir haben nebeneinander an Geschichte, Musik und dem Schnitt gearbeitet. Bei Sachen wie Animation oder den Hintergründen hatte jeder innerhalb der Reihenfolge seinen Bereich.

Damals soll es ja schwer gewesen sein, Animatoren für den Film zu finden, da viele der altgedienten Mitarbeiter lieber an ''Pocahontas'' arbeiten wollten. Wie haben Sie es dennoch geschafft, die Leute für ihr Projekt zu begeistern?

Rob Minkoff: ''Der König der Löwen'' hatte ursprünglich den Titel ''Der König des Dschungels'' und genoss im Studio kein so hohes Ansehen. Als Jeffrey Katzenberg ankündigte, dass das Studio aufgeteilt wird, um zwei Filme gleichzeitig zu machen, wollten viele Top-Animatoren lieber an ''Pocahontas'' statt an ''Der König der Löwen'' arbeiten. Jeffrey erachtete ''Pocahontas'' als ''Home Run'' und ''Der König der Löwen'' als Risiko. Das gab aber vielen jungen Animatoren die Möglichkeit, in eine Führungsrolle hineinzuschlüpfen.

 
Es scheint nun also so, dass ''Der König der Löwen'' sicher bald ein Klassiker wird. Aber wie groß war das Risiko damals wirklich?

Roger Allers: ''Der König der Löwen'' wurde zu Anfang stiefmütterlich behandelt. Letztlich war eine schwierige aber zufriedenstellende Reise. Man weiß vorher nie, wie es sich am Ende entwickelt. Selbst wenn einem der Film selbst gefällt heisst das noch nicht, dass er auch ein Erfolg wird.

(or)

 
 
 
geschrieben am 10.11.2011, 18:33 Uhr

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