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bluray-disc.de im Interview mit Anthony Daniels (C-3PO)

Anthony Daniels ist der einzige Schauspieler, der bei allen sechs Star Wars Episoden dabei war, in denen er den Robotor-Mensch-Kontaktor C-3PO spielen konnte. Durch seine schauspielerische Leistung verleiht er dem Robotor Leben und geht auch noch nach 30 Jahren voll in seiner Rolle auf. Auf dem Big Screen Event in London, das im August 2011 in der O2-Arena stattfand, konnten wir nicht nur die beiden ILM-Mitarbeiter Bill George und John Goodson sprechen, sondern auch Jeremy Bulloch (Boba Fett) und natürlich auch Anthony Daniels (C-3PO), der uns Rede und Antwort stand.

Bevor wir Anthony Daniels jedoch Fragen stellen konnten, legte er selbst direkt los und hat uns seine Rolle in der Star Wars Saga nähergebracht.

Anthony Daniels:

Sie werden gleich mit jemandem ein Gespräch führen, der mehr als die Hälfte seines Lebens mit Star Wars verbracht hat. Und das ist irgendwie merkwürdig. Ist es nicht lustig, dass die Star Wars Macher erst nicht wollten, dass die Leute wissen, dass ich ein richtiger Mensch und kein Roboter bin? Und die Leute taten es. Nun, zumindest bis zum 15. Lebensjahr. Ich denke für Erwachsene war es von Anfang an klar. Ich habe mit Forschern zusammengearbeitet, die gerade an Robotern arbeiteten. Und sie sagten mir, dass wir sehr weit davon entfernt seien, einen lebensechten Roboter zu entwickeln.

 
Ab wann wussten die Star Wars Fans, dass in C-3PO ein echter Mensch steckt?

Ich weiss nicht genau. Vielleicht so um "Rückkehr der Jedi-Ritter" herum.

Warum hat sich George gerade so auf britische Schauspieler fixiert?

Nun, sie waren billig. Aber viel wichtiger waren unsere Fähigkeiten als Schauspieler. Wir haben ziemlich altertümliche und bewährte Methoden. Leute, die mit Gips und Kunststoff umgehen können und die Dinge erschaffen. Ich will nicht sagen besser als in Hollywood, aber ähnlich. Und das war einer der Gründe, aber natürlich auch wegen dem Budget. Deshalb wollte er ziemlich viele Engländer und Einheimische, die nicht ständig hin- und herfliegen mussten.

 

Ich habe das Drehbuch bekommen. George und ich hatten nur sechs Monate bis zum Dreh und um das Kostüm zu fertigen und zu testen. Was für ein Alptraum. Und wir wussten nicht wie die Stimme klingen sollte. Niemand von uns hat eine Entscheidung getroffen. Dann haben wir meine Stimme aufgenommen und er sagte: "Kümmer dich nicht um die Stimme, die können wir später noch korrigieren!" Dann habe ich meinen Text gebrabbelt und am Ende eines jeden Takes bin ich ins Tonstudio und habe meinen Text nachgesprochen. Vielleicht erinner ich mich auch deshalb so gut an die Dialoge, da ich sie ständig wiederholt habe.

Und sechs Monate später in Hollywood habe ich herausgefunden, dass 30 verschiedene Schauspieler gecastet wurden. Und ich sagte: "Magst du meine Stimme nicht?" George: "Nun, ich dachte niemals an einen englischen Butler." Aber hier sind für nun. Gut 30 Jahre später und ich bin eine Art Botschafter für Star Wars geworden. Ich neige dazu, respektvolle Jobs anzunehmen. Ich gehe nicht einfach nur zu Events und schreibe Autogramme.

Was denken Sie über die Technologie der heutigen Zeit? Sie geht so weit, dass C-3PO in einem neueren Film wohl durch CGI ersetzt wurde...

Ich denke nicht, dass eine derartige Performance so leicht durch CGI ersetzt werden kann. Aber um Ihnen mal etwas Lustiges zu erzählen: Ich war schockiert als ich eines Tages im Auto saß. Ich fahre nicht wirklich viel in England. Und da kam meine Stimme aus dem Tom Tom System (lacht). Das ist wirklich urkomisch. Es gibt auch Darh Vader, Yoda etc.

 
Wie steht es um die Star Wars TV-Serie?

Ich denke zu meinen Lebzeiten wird es nicht mehr passieren. Die Produktionskosten sollen so hoch sein, dass ich denke, es werden noch Jahre vergehen, bis etwas passiert. Aber die Technologie entwickelt sich stetig weiter, also vielleicht wird es geschehen, aber mit Sicherheit nicht in den nächsten Jahren.

Wenn Sie jetzt, 30 Jahre später, auf ihre schauspielerische Leistung zurückblicken, würden Sie irgendetwas daran ändern?

An mir? Oh, ja, viele Dinge. Ich weiss was ich mache, aber stecke in dieser Ausrüstung und dann sehe ich es später und hätte dieses oder jenes anders gemacht. Es gibt einige Dinge, die man sich wünscht anders gemacht zu haben. Aber dann gibt es auch wieder andere Momente, wie beispielsweise nach der Szene im Hangar, wo Alec Guiness bzw. Obi Wan Kenobi von Darth getötet wird und C-3PO im Millenium Falcon einfach da sitzt. Einfach traurig. Mehr braucht es nicht. Aber es gibt auch eine Szene aus Episode II - Angriff der Klonkrieger. Wo C-3PO endlich eine Waffe bekommt. Wir haben mich in dem typischen Outfit gefilmt und meinen Körper mit dem eines Droiden getauscht. Es war also nur noch mein Kopf zu sehen. Und dann hatte ich diese Waffe und war von Bluescreen umgehen. Und mein einziger Satz war: "Sterbt, ihr reudigen Jedi!" Bis ich dann zu George und dem Kameramann sagte: "Stirb, Motherfucker!" (lacht)

 
Was verbinden Sie mit Star Wars und welchen Kontakt haben Sie zu Ihrer Fangemeinde?

Ich war vor Kurzem in einem Teil Londons, in dem es sehr viele ärmere Menschen gibt. Wir können uns dahingegen glücklich schätzen. Deshalb ist es gut, solche Filme zu haben, die dich kurz aus diesem Leben herausnehmen und dir etwas anderes zeigen. Filme, die in Erinnerung bleiben.

Viele Menschen kritisieren mich, weil ich nicht zu besonders vielen Autogrammstunden gehe. Es liegt mir einfach nicht. Aber ich hatte selbst vor einiger Zeit, als ich in Los Angeles war, meinen ersten Fan-Moment, als ich Julie Andrews getroffen habe. Und ich ging zu ihrer Garderobe und musste ihr hallo sagen und dass sie ein Teil meiner Kindheit war, was normalerweise zu mir gesagt wird. Ich musste es ihr einfach sagen.

Haben Sie auch einen Lieblingscharakter aus der Star Wars Saga?

Es ist komisch für mich das zu sagen, aber mein Lieblingscharakter ist.... Haltet euch fest... Darth Maul. Weil er einfach von Grund auf böse ist. Er hat einfach Spaß am töten. Als er Qui-Gon Jinn tötet ist es ihm einfach egal und er wendet sich Obi-Wan Kenobi zu. Er dreht sich nicht einmal um und schaut nach, weil er weiss, dass der Typ tot ist. Und ich denke, wenn du Filme hast, die dir erlauben, für einen kurzen Moment richtig böse zu sein, ist das toll. Es gibt viele Geschichten in diesen Filmen. Gute Geschichten und daher gehen diese Filme von Generation zu Generation.

Wie war es für Sie das erste Mal vor der Kamera zu stehen und das Kostüm zu tragen?

Fürchterlich! Fürchterlich! Wir hatten keine Proben und ich habe alles improvisert und ich hatte keine Ahnung. Ich habe das getan, was mir einfiel. Es war ein Alptraum und viele Sachen brachen. Und ich sage Ihnen, ich war kurz vor dem Zusammenbruch und hatte Tränen in den Augen und die Leute versuchten mir zu helfen. Es hat zwei Stunden gedauert, bis das Kostüm angezogen war. Ich sage Ihnen, der erste Tag war wirklich, wirklich hart für mich. Und ich hatte überall Schnitte und es ging weiter. Später wurde mir das Kostüm innerhalb von fünf Minuten angezogen und alles war OK. Ich habe daraus gelernt, dass es 1. besser wird und 2. die Filme es wert ist. Und die Lektion für mich war, dass ich solche Möglichkeiten nicht ablehne.

 
Vielen Dank für das Gespräch!

(mw)

 
 
 
geschrieben am 15.09.2011, 17:08 Uhr

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