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bluray-disc.de im Interview mit Adam McKay

Adam McKay wurde 1968 in Philadelphia geboren. Nach zahlreichen Auftritten als Comedian wurde er Autor für die bekannte US-amerikanische Comedy-Serie "Saturday Night Live". Zusammen mit Will Ferrell gründete er seine eigene Produktionsfirma und schrieb "Anchorman - Die Legende von Ron Burgundy", "Ricky Bobby - König der Rennfahrer" und "Die Stiefbrüder".

 

Anlässlich des Verkaufsstarts seiner neuesten Actionkomödie "Die etwas anderen Cops" mit Will Ferrell, Mark Wahlberg und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen freuen wir uns, Ihnen ein Interview mit dem amerikanischen Regisseur präsentieren zu dürfen.

Woher haben Sie die Inspiration für die Geschichte?

Das ist bei jedem Film verschieden, diese hier kam von Mark (Wahlberg) und Will (Ferrell), als wir bei einem Abendessen saßen. Als ich ging, bemerkte ich, welche komische aber witzige Verbindung die beiden haben. Und ich sagte Will, dass er unbedingt einen Film mit Mark machen muss. Wir haben also nach etwas gesucht, ich habe überall geschaut. Am Ende habe ich Kevin Messick, einem unserer Produzenten, eine e-Mail geschrieben. In ihr stand, dass es ein Film über ein paar Typen sein sollte, die am Schreibtisch direkt neben den echten Superstars sitzen. Er besorgte mir den Film, und meinte, dass wir ihn machen sollten.

 

Je mehr ich darüber nachdachte, umso aufgeregter wurde ich. Ich dachte mir, dass es eine Möglichkeit ist, eine neue Art von Kriminalfilm zu drehen. Über Wirtschaftskriminalität, die sich über die gesamte Welt erstreckt, das ist irgendwie cool. Für mich fühlte es sich an, wie einer der großen Filme, da ich in New York drehen konnte. Ich wollte einen großen Cast für den Film und war ziemlich aufgeregt.

War es aufgrund Ihres Erfolges leichter, die Finanzierung für den Film zu bekommen?

Es ist verblüffend, aber es ist für jeden Regisseur schwer, einen Film zu stemmen. Vielleicht ist es für Chris Nolan nicht so. Normalerweise geht es aber von Projekt zu Projekt, man muss die Idee abstecken und das Studio muss das Geld und den Willen dafür haben. Leute wie Chris Nolan und James Cameron kümmert das wahrscheinlich nicht so, Steven Spielberg auch nicht. Aber selbst Martin Scorsese hatte in den letzten zehn Jahren Probleme damit, Filme zu bekommen. Man hört nur immer wieder, dass Regisseure damit kämpfen, ihre Filme fertig zu bekommen oder dass sie sie einfach nicht hinbekommen.

 

Für Jay Roach lief es mit Hits wie "Meine Braut, ihr Vater und ich" (engl. Originaltitel "Meet The Parents", Anm. d. Red.) und Austin Powers 1 & 2 wie am Schnürchen. Er hatte schon einen Film mit Jim Carrey fertig entwickelt, als sie ihm den Stecker dafür gezogen haben. Es ist also egal, wer du bist oder was du tust, für das Studio muss es sich rentieren.

Haben Sie Ihre Wunschschauspieler für den Film bekommen?

Sicherlich hatten wir Eva Mendes für die Rolle der heißen Ehefrau im Hinterkopf. Wir haben gesagt, er sollte eine Frau wie Eva Mendes haben und als sie zugesagt hat, war das einfach unglaublich! Michael Keaton als Captain war auch eine meiner Ideen. Als wir über die beiden Polizisten geredet haben fielen auch Namen wie Dwayne Johnson und Samuel L. Jackson. Das war eine verrückte Zeit, in der es eigentlich besser lief, als wir es uns jemals gedacht hätten.

 
Wie verleihen Sie den Filmen eigentlich Ihre persönliche Note?

Wir versuchen es immer wieder und experimentieren rum. Wenn es das Publikum nicht überrascht, ist es wirklich schwer, sie zum Lachen zu bringen. Wir versuchen also mit allem, was wir tun, die Zuschauer dorthin zu bringen. Nichts bringt uns mehr zum Lachen als eine Szene, die zuerst total ernst wirkt, dann aber eine total komische Wendung nimmt. Das ist Teil unseres Spiels.

Ich denke in diesem Film ging es wegen der ganzen Action ein bisschen ernster zu, als in unseren anderen Filmen. In diesem Film gibt es mehrere verschiedene Arten Comedy, die ich mag. Es gibt diese direkte, absurde Art, Satire über die ganze Finanzwelt, es gibt charakterbasierten Humor und diesen kindischen Kram. Das gefällt mir, weil ich über verschiedene Dinge lachen kann.

Welcher Teil der Arbeit eines Regisseurs gefällt Ihnen am besten?

Im Prinzip besteht man aus drei verschiedenen Personen, wenn man einen Film macht. Man ist Drehbuchautor, Regisseur und Editor. Und jede Person darf die anderen beiden kein bisschen beachten! Wenn ich den Film bearbeite denke ich: "Was hat der Regisseur Adam McKay da nur gemacht, ich brauche das ganz anders". Wenn ich Drehbuchautor bin, denke ich mir: "Der Regisseur ist mir egal, lasst es uns so machen".

 

Allerdings denke ich, dass das Schreiben das Beste ist. Nichts ist angenehmer, als eine verrückte Idee zu entwickeln. Beim Schreiben kann man sich voll entfalten, es gibt praktisch keine Grenzen. Man vergegenwärtigt es sich. Wenn man Regisseur ist, setzt man die Dinge in die Tat um. Aber das zu entdecken ist, für mich immer noch das Lustigste.

Ein Teil davon steckt aber auch im Editing, weil man den Film so verändern kann, dass er noch einmal ganz anders wird, da gibt es also auch noch Sachen zu entdecken.

Gab es während des Drehs auch schwierige Momente, als Sie dachten, dass Sie Szenen aus aufwendigeren Sets nicht verwenden können?

Sicher, es gab ein paar solcher Momente. Wir drehten diese gewaltige Schießerei im gläsernen Konferenzraum. Wir haben dort die Fenster mit Knallfröschen in die Luft gejagt. Hätten wir die Szene wiederholen müssen, hätte uns das eine halbe Million Dollar gekostet und wir wären über das Budget hinaus geschossen. Wir haben es also geprobt und geprobt und geprobt und am Storyboard durchgesprochen. Insgesamt sind wir es viermal durchgegangen, bevor wir die Szene dann gedreht haben. Es war einfach nervenaufreibend.

 

Wir haben ein paar solcher Szenen drin, hätten wir einen Fehler gemacht, hätte es ein Vermögen gekostet. Aber ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass wir mit diesem Film unter der Budgetgrenze geblieben sind. Für einen großen Actionfilm ist das schon eine Überraschung.

Sind Sie noch immer nervös, wenn Sie ans Set kommen und alle Sie anschauen?

Bei meinen ersten beiden Filmen war ich es bestimmt! Bei Anchorman und bei Ricky Bobby erinnere ich mich noch, dass ich ein bisschen zitterig wurde, als ich ans Set gekommen bin. Aber bei Stiefbrüder und bei diesem Film habe ich größtenteils mit den gleichen Leuten gearbeitet, daher war ich eher gespannt. In Wirklichkeit denke ich nicht, dass ich ein hohes Tier bin. Jeder, der mit mir arbeitet oder mich kennt würde sich schlapp lachen.

 

Es ist eine schöne Erfahrung, da man von lauter Profis umgeben ist, falls man Hilfe oder Unterstützung braucht. Das wirklich tolle beim Filmemachen ist, dass alle zusammen kommen. Das gibt es ganz selten, es ist so selbstlos und wenn man mit dem Film fertig ist, ist es immer ein bisschen traurig.

Gibt es etwas, das Sie an Ihrer Arbeit besonders stolz macht?

Das klingt vielleicht verrückt, aber der coolste Moment für mich ist, wenn ich einen Monat nachdem der Film erschienen ist, ins Kino eines Vorortes gehe, es vielleicht nicht ganz voll, aber schon gefüllt ist, vielleicht 25 Leute im Publikum. Das finde ich wirklich cool.

Ich erinnere mich noch, als ich zu meinen High School - Zeiten als Saaldiener im Kino gearbeitet habe. Es gab Leute, die gingen einfach nur ins Kino, um irgendeinen Film zu sehen. Nicht mehr und nicht weniger, das gefällt mir wirklich gut. Toll ist es auch, wenn ich jemanden höre, der eine Zeile zitiert, aber nicht weiß, dass ich an dem Film mitgearbeitet habe. Ich mag es, wenn sich daraus ein Gespräch entwickelt, das war schon immer eine tolle Sache für mich. Ich liebe das.

Welchen Rat würden Sie einem angehenden Regisseur geben?

Ich würde sagen, man soll nicht versuchen und machen, was andere Leute vielleicht mögen. Dann wird man sich nur mit irgendeinem nebensächlichen Zeug abgeben müssen. Mach', was dir selbst gefällt. Stell' dir dich selbst als Mitglied des Publikums vor und überlege dir, was interessant sein kann. Aber wenn du versuchst und machst, was die Studios und Kritiker wollen, endet das nur mit irgendwelchem künstlichen Kram. Mach', was du selbst sehen möchtest.

 
Vielen Dank für das Interview!

(or)

 
 
 
geschrieben am 22.03.2011, 10:42 Uhr

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